Sonntag, 30. April 2017

[Gewinnspiel] Herzlichen Glückwunsch an ....


Unter Wahrung aller Ziehungsgeheimnisse und mit sehr viel Spaß bei der Sache hat das Baby, aka blogeigene Glücksfee, heute kurz vor dem Schlafengehen zugeschlagen und aus seinen mit euren Namen gefüllten Stapeltürmchen einen Zettel gezogen. Also um genau zu sein sechs und fünf davon dann langsam auf der Couch verteilt, nur einen wollte er nicht mehr hergeben. Und dieser glpckliche Jemand war Lisa Koala, die sich ein Buch für ihren kranken Sohn wünscht. Na, wenn das nicht den richtigen getroffen hat ;-)

Email ist raus und ich hoffe, sie meldet sich. Ich wünsche euch allen einen schönen Feiertag und hoffe, ihr hattet beim Welttag des Buches wieder so viel Spaß wie ich. Ich freu mich schon auf nächstes Jahr :-)

[Rezensionsexemplar] Stefan Brijs - Taxi Curaçao

Curaçao, 1961. An einem Septembermorgen bringt der Taxifahrer Roy Tromp seinen zwölfjährigen Sohn Max zum ersten Mal in die weiterführende Schule zu Bruder Daniel. Max ist der erste in seiner Familie, der sie besuchen kann, und erweist sich als talentierter Junge, der davon träumt, Lehrer zu werden und den gesellschaftlichen Aufstieg aus der Armut zu schaffen. Bruder Daniel, der selbst von der Insel stammt, will ihm dabei helfen. Denn so prächtig der azurblaue Dodge Matador ist, mit dem Roy seinen Sohn zur Schule bringt, so bettelarm ist die Familie des Trinkers und Spielers. Vierzig Jahre später ist der Traum geplatzt und Max, der längst selbst Vater eines erwachsenen Sohnes ist, verschwindet aus heiterem Himmel in die Niederlande, womöglich für immer ...

Ahhh, die Karibik. Mal ehrlich, wenn man das Wort hört, hat man doch sofort weiße Sandstrände vor Augen, schmeckt förmlich den Cocktail und hört liebliche Musik - Zeit, sich entführen zu lassen auf die Niederländischen Antillen. Und festzustellen, dass das Leben dort eben auch nicht nur ein Dauerurlaub ist, sondern ebenso seine Schattenseiten aufweist. Über 40 Jahre lang verfolgt man an der Seite Bruder Daniels das Leben der Männer der Familie Tromp und damit auch das Leben der Arbeiterklasse und die politische Entwicklung der Insel. Das wird mit genug Lokalkolorit durch die landeseigene Sprache, durch Gepflogenheiten und Erklärungen geliefert, dass ich als Leser mich freue, gleichzeitig etwas zu lernen und unterhalten zu werden. Was mir dabei jedoch nicht ganz so gefällt, ist die Erzählperspektive durch Bruder Daniel, der zwar alle Beteiligten seit Jahrzehnten kennt, aber eben nicht in ihrer Haut steckt. So schleichen sich gelgentlich Längen ein, wenn er klarmachen will, wie eine Person ich fühlt, statt dass ich als Leser den direkten Weg gehen kann und deren Perspektive einnehme. Andererseits beobachte ich dadurch die Personen sehr viel besser und hinterfrage ihre Handlungen auch durchaus mehr als in anderen Romanen, es kann also durchaus hilfreich sein.

Ich finde das Buch insgesamt aber durchaus gelungen. Vor allem, wie gesagt, weil es einen Einblick in eine doch eher fremde Welt bietet und mit einigen Klischeevorstellunge bezüglich der Karibik aufräumt. Die Personen sind lebensecht und wachsen einem auch ans Herz, je länger man ihnen folgt, und besonders Roy ist mit Ecken und Kanten ausgestattet, aber auch trotzdem jemand, den man nicht missen will. Ja doch, das Buch ist gut, man sollte sich aber ein wenig Zeit nehmen für die Lektüre, statt sie einfach nur schnell zu verschlingen und sofort zum nächsten Buch zu schreiten.

[Rezensionsexemplar] Edney Silvestre - Der stumme Zeuge

São Paulo, Brasilien: Ein kleiner blonder Junge wird mit einer Luxuslimousine von der Schule abgeholt. Minuten später ist der Fahrer des Wagens tot, das Kind in der Gewalt einer Söldnertruppe. Mit der Entführung soll der Vater des Kindes, der mächtige Medienmogul Olavo Bettencourt, zur Aufdeckung eines Korruptionsskandals der brasilianischen Politikelite gezwungen werden. Doch Bettencourt reagiert nicht auf die Forderungen und den Entführern läuft die Zeit davon. Sie bekommen Zweifel: Haben sie den richtigen Jungen in ihrer Gewalt?

 Ein weiteres Mal habe ich mich für die Weltenbummlerchallenge mit einem Rezensionsexemplar eingedeckt, das ich nur wegen des Schauplatzes gewählt habe. Und schon wieder bin ich dabei in den Besitz eines Buches gelangt, das ich ohne diesen Anlass nie gelesen hätte und das ich nicht bereue, gelesen zu haben.

Vorneweg sei gesagt, dass s sich hier nicht um einen klassischen Kriminalroman handelt. Die Geschichte der Entführung ist so etwas wie Aufhänger und Nebenhandlung. Vielmehr ist es ein Psychogramm einer Gesellschaft und ein sehr bedrückender Blick in das Leben in Brasilien. Die Olympischen Spiele letztes Jahre haben es ja immer mal wieder anklingen lassen, dass Brasilien ein Land ist, in dem die Schere zwischen Arm und Reich extrem auseinanderklafft, so sehr, dass man es sich hier in Europa eigentlich gar nicht wirklich vorstellen kann. Olavo und seine Frau gehören dieser Oberschicht an, die sich angenehm zurücklehnt in ihren bewachten Villen, deren Wohlstand in vielen Fällen aber nicht nur harter Arbeit sondern auch einem gehörigen Maß an Korruption und Verbrechen zuzuschreiben ist. Und wenn sich dann herausstellt, dass es sich bei dem entführten Kind eben nicht um den Spössling aus gutem Hause, sondern um den taubstummen Sohn der Putzfrau handelt, ist man schnell in der Überlegung, ob man sich dann für "so einen" vor den Karren der entführer spannen lässt oder nicht ... Olavos Ehefrau Mara stammt aus einem ganz anderen Hintergrund, der im Laufe der Handlung immer deutlicher wird.

Silvestre arbeitet mit sehr gelungenen Erzählpassagen, in denen viele verschiedene Blickwinkel aufgegriffen werden. Beim Lesen muss man in der Hinsicht aber sehr am Ball bleiben, die Perspektivwechsel geschehen absatzweise und sind nicht immer direkt erkennbar. Das Buch ist allerdings kurz genug, um trotz dieser Erzählweise nicht die Lust zu verlieren, sondern sich immer mehr einzulassen auf die Figuren, ihren Hintergrund, ihre Motive und auch Silvestre sehr gelungene Schilderungen. Alles in allem also ein tolles Buch für dieses Jahr.

[Rezensionsexemplar] Gavin Extence - Das unerhörte Leben des Alex Woods

Alex Woods ist zehn Jahre alt, als das Universum es auf ihn absieht - im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein Meteorit stürzt genau ins Kinderzimmer und auf seinen Kopf. Nach zwei Monaten Koma und verschiedenen Operationen ist klar, dass Alex weiteres Leben nicht den konventionellsten Weg gehen wird. Gesegnet mit Epilepsie, einer hellseherisch begabten Mutter und dem Wissen, dass selbst die unwahrscheinlichsten Dinge eintreten können, ist er nicht unbedingt der beliebteste Klassenkamerad. Als er dann durch Zufall den zurückgezogenen und sehr misslaunigen Mr. Peterson kennen lernt, schließen aber genau die beiden eine Freundschaft, die dazu führen wird, dass Alex sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird ...

Manchmal finde ich deutsche Titel echt doof. Dieser sehr sperrige, wenn  auch witzig gemeinte Titel hier zum Beispiel wird dem Buch eigentlich nicht gerecht. "The Universe vs Alex Woods", wie das Original heißt, hat etwas viel schmissigeres und trifft den Erzählton des Romans haargenau. Ich habe das Buch trotz zur Zeit sehr quengelig-anhänglichem Baby innerhlab von zwei Tagen verschlungen, weil einen Alex einfach sofort einfängt. Seine Erzählhaltung ist unprätentiös, selbstironisch und sehr, sehr detailverliebt. Mir hat vor allem auch gefallen, wie man direkt Lust gemacht bekommt, sich auch mal selbst durch das Werk Kurt Vonneguts zu lesen, der jetzt auch direkt auf meiner Leseliste nach vorne katapultiert wurde ;-)

Ich hätte bei dem Klappentext nicht direkt erwartet, dass es hier um Sterbehilfe und auch sehr ernste Töne geht, das hat mir extrem gut gefallen, denn Extence nähert sich dem nicht etwa durch einen moralischen Zeigefinger an, sondern gnaz im Stil des Buchs mit einem gewissen Hang zum Sarkasmus, zum Selbstzweifel und zur Tragikomik.

Alles in allem also ein richtig gutes Buch, das ich jedem empfehlen würde, der ein bisschen mehr Biss und Gedankenmaterial haben möchte als es andere aktuelle Romane hergeben.


[Rezensionsexemplar] Elisabeth Herrmann - Die Mühle

The Court – das waren die Coolen. Die Unerreichbaren. Die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben?

Die Kings und Queens der coolen Clique sind zwar wenig begeistert, als Lana statt ihres siebten Mitglieds bei ihrem Treffen auftaucht. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als der erste der Freunde verschwindet, bricht Panik in der Gruppe aus …

Dass Elisabeth Hermann neben Krimis, in denen sie die DDR-Geschichte mit aufarbeitet, auch Thriller für Jugendliche schreibt, ist bislang ein wenig an mir vorbeigegangen. Umso froher war ich, als dieses Buch als Rezensionsexemplar bei mir landete, denn im Moment steht mir der Sinn nach eher ein wenig leichter Lesekost. Beim Lesen habe ich mich sehr zurückversetzt gefühlt in meine Jugend, Ende der Neunziger, als die Kinos in der Folge von "Scream" überflutet wurden von Thrillern, in denen undurchsichtige Serienkiller junge Menschen aufgrund mehr oder weniger weit hergeholter Motive umbrachten. Genau diesem Prinzip folgt Herrmann in ihrem Roman und bietet dabei nicht gerade sehr viel Überraschendes.

Die Figuren wirken schon sehr klischeehaft. Sowohl Lana, der die Rolle der überraschten Außenseiterin, als auch die Mitglieder des Court, die natürlich alle schön, reich, mächtig und geheimnisvoll sind. Gut, ich bin ungerecht, als Teenager hätte ich diese Figuren alle total logisch gefunden und mich mit Lana identifiziert, aber jetzt, mit einer Generation Abstand ist das alles so unglaubwürdig und klischeehaft. Auch die Dialoge sind für meinen Geschmack sehr von der Stange, so wie ma sich halt vorstellt, dass diese Figuren sprechen würden. Ja, ich glaube, das ist das, was mir am meisten aufgefallen ist, dass es hier Figuren sind, die nicht wirklich lebendig werden, sondern alle schön an der Oberfläche der Lektüre bleiben und ihren Zweck erfüllen. Wirksam erfüllen, aber eben nicht großartig darüber hinaus Wirkung entfalten. Insgesamt gibt es nicht viel überraschendes, sondern man merkt dem Buch an, dass hier alles auf eine jüngere Zielgruppe gerichtet wurde, die unterhalten werden soll. Besonders am Ende wurde das für mich deutlich, da wird gewaltsam ein Happy End rangeklatscht, ganz so, wie es das Publikum mag. Wenn man aber Lust hat, auf ei simples Buch, mit dem man sich das Hirn freiblasen kann und sich zurückversetzen lassen will in seine Jugend damals beim Schauen von "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", dann ist das ein durchaus gelungenes Buch. Es tut nicht weh, es ist durchaus spannend, und man klappt es am Ende zu, ohne sich davor zu fürchten, dass der nächste Mörder unterm eigenen Bett lauert ;-)

Montag, 24. April 2017

[Hörbuch] T.R. Richmond - Wer war Alice

Alice Salmon ist erst fünfundzwanzig Jahre alt, als sie eines Morgens leblos in einem Fluss in Southhampton gefunden wird. Eigentlich wollte sie am Abend zuvor nur Freunde treffen – sie ahnte nicht, dass dies die letzten Stunden ihres Lebens sein würden. Aber was ist passiert? Ist sie wirklich ins Wasser gestürzt, weil sie zu viel getrunken hat? War es ein tragischer Unfall? Die Nachricht ihres Todes verbreitet sich wie ein Lauffeuer, auch über Facebook und Twitter. Gleich werden Vermutungen angestellt: über sie, ihr Leben und ihren Tod. Auch ihr ehemaliger Professor Jeremy Cooke ist erschüttert. Wie ein Besessener versucht er herauszufinden, was in jener Nacht tatsächlich geschah. Jeder kleinsten Spur geht er nach und sammelt alles über Alice, was er finden kann ...

Ich habe ewig und drei Tage an diesem Hörbuch gehört. Das lag erstens, klar, an dem kleinen Minibündel, das mich einfach echt fordert, aber zu einem nicht unerheblichen Teil an der Struktur des Hörbuchs. Wie der Roman auch, ist es hier nicht etwa eine lineare Geschichte, die erzählt wird, sondern eine Anhäufung von SMS, Emails, Einträgen in sozialen Netzwerken und dergleichen mehr, anhand deren sich Jeremy Cooke Alices Leben erschließt. Das klingt natürlich wahnsinnig spannend, ist aber eben auch ein Problem, weil man sehr gut zuhören muss, um den Logikschlüssen selbst folgen zu können. Hilfreich dabei ist, dass die einzelnen Personen in der Geschichte individuelle Sprecher haben, sodass man einigermaßen am Ball bleiben kann, und die machen ihre Sache in der Hinsicht wirklich gut. Nicht zu übertrieben, immer erkennbar, und für mich sehr gelungen. Aber, und da sind wir eben beim negativen Punkt angelangt, die Geschichte zieht einfach nicht richtig. Sie ist streckenweise sehr zäh, die Figuren sind sehr wenig entwickelt, sondern bleiben auf ein oder zwei Charakterzüge beschränkt, und das ganze gipfelt in einem doch recht vorhersehbaren Ende. Für mich nicht unbedingt das Highlight, das ich nach dem Klappentext erwartet hatte. :(

Sonntag, 23. April 2017

[Welttag des Buches] Blogger schenken Lesefreude - Das Gewinnspiel

Guten Morgen zusammen.

Ist noch jemand so gut gelaunt wie ich heute? Ich freue mich wie wahnsinnig auf diesen Welttag des Buches und geh gleich mal ein bisschen bei Blogs stöbern.

Lustigerweise war der National Bookday in England schon im Februar, und der wird vor allem an den Grundschulen ganz groß gefeiert. An dem Tag nämlich war keine Schuluniformpflicht, sondern die Kinder kamen verkleidet als ihre Lieblingsfiguren. Die Lehrer übrigens auch. Beim Spaziergang am Morgen kamen mir kleine Hexen und Zauberer entgegen, aber auch Füchse, Matildas, Bären, Coraline und so viele andere. Es war wirklich toll! Ich hab mir an dem Tag dann endlich mal eine neue Kaffeetasse gegönnt, nämlich die Penguin-Verlag-Tassen mit klassichen Bookcovern. Seitdem trinke ich meinen Tee stilecht aus "Wuthering Heights".

Aber ich weiß schon, warum ihr hier seid ;-)



Ja, auch bei mir gibt es etwas zu gewinnen. Und zwar *trommelwirbel* ein Wunschbuch im Wert von 15,-€. Ihr dürft euch also alles aussuchen, was ihr gerne lesen möchtet, allerdings müsst ihr damit einverstanden sein, dass das Ganze per amazon (oder einem anderen online-Händler) an euch verschickt wird. Warum? naja, weil es ein wenig umständlich ist, das Buch nach England zu schicken, um es dann wieder nach Deutschland zu verschicken :-D

Was müsst ihr dafür tun?
Ich mache es euch leicht - hinterlasst mir einen Kommentar unter diesem Post in dem ihr mir mitteilt, welches Buch ihr gerne hättet. Gerne könnt ihr euch auch noch zu viel mehr äußern, mir etwas erzählen oder euer Lieblingsbuch vorstellen oder erklären, warum mein Blog so schlecht ist, dass ihr gar nichts gewinnen wollt - wichtig ist nur eins: gebt bitte eine Kontaktmöglichkeit an.
Das kann ein Link zu eurem Blog sein oder eine verschlüsselte Mailadresse, aber irgendwie müsst ihr ja erfahren,ob ih gewonnen habt.
Solltet ihr unter 18 Jahre alt sein, bräuchte ich eine Einverständniserklärung eurer Eltern.

Die Auslosung findet am 30. April durch meine persönliche blogeigene Glücksfee statt. Daraufhin melde ich mich beim Gewinner und gebe ihn hier auf dem Blog bekannt. Wenn er sich bis 3.Mai immer noch nicht gemeldet hat, wird eine neue Auslosung stattfinden.

Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen, genauso wie ein Umtausch gegen Geld - aber auf die Idee kämt ihr ja sowieso nicht als Buchliebhaber. :-)


Montag, 20. März 2017

[Ankündigung] Blogger schenken Lesefreude

Hurra!!! Es ist wieder so weit - der Welttag des Buches steht an.Und genau deshalb schon einmal die Ankündigung: auch dieses Jahr bin ich wieder dabei. Und da es bei Blogger schenken Lesefreude wieder zurück zu den Wurzeln geht, habt ihr dann auch bei mir die Gelegenheit, etwas zu gewinnen. Freut euch mit mir und zählt die Tage, am 23.April erfahrt ihr mehr.

Werbung machen dürft ihr jederzeit, vielleicht beteiligt sich ja der ein oder andere von euch selbst aktiv ;-)

Mittwoch, 15. März 2017

[Rezensionsexemplar] A.F. Harrold - Amandas unsichtbarer Freund

Als Amanda Rudger in ihrem Kleiderschrank entdeckt, ist ihr sofort klar: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Anders als Amandas Schulfreunde, die nie draußen spielen, um ihre ordentlichen Kleider nicht schmutzig zu machen, weicht Rudger fortan nicht von Amandas Seite. Einen herrlichen Sommer lang bauen sie ein Lager im Garten, jagen die Katze und erleben die wildesten Abenteuer. Rudger ist einfach perfekt – und dass nur Amanda ihn sehen kann, ist erst recht ein Vorteil, findet sie. Bis der geheimnisvolle Mr. Bunting auftaucht: Auch er kann Rugder offenbar sehen – und er führt irgendetwas Schreckliches im Schilde. Rudger hat furchtbare Angst vor ihm. Amanda ahnt, dass sie schnell herausfinden müssen, was Mr. Bunting verbirgt – und dass ihnen nur wenig Zeit dazu bleibt …

Ich hatte mir das Buch mit ein bisschen Hintergedanken vom bloggerportal geholt, denn meine Schwester beschwert sich gerne darüber, dass meine Nichte einfach ungern liest. Also habe ich diesmal nicht nur selbst eine Meinung, sondern lasse mal jemand anderen zu Wort kommen.

Also, liebe Nichte, wie hat dir denn das Buch gefallen?
Es ist ganz okay. Ich lese nicht gern, deswegen war es toll, dass viele Bilder mit dabei waren. Das war wirklich schön. Und es war spannend und gruselig. Manchmal ein bisschen sehr gruselig, vor allem das Mädchen bei Mr. Bunting.
Anmerkung der Blog-Tante: Stimmt. In dem Buch war dicht gepackt alles, was an Grusel fürZehnjährige angemessen ist, plus sehr viel Spannung und Fantasie. Alles in allem fand ich, dass es eine bezaubernd-gruselige Geschichte ist, die sogar Lesemuffeln zusagen wird.

Würdest du das Buch weiterempfehlen? Warum oder warum nicht?
Vielleicht. Das Buch gefällt bestimmt manchen Kindern nicht, weil es so viele Seiten hat. Aber man kann es schnell lesen und es kennt nicht jeder.
Anmerkung der Blogtante: Dem pflichte ich bei, diese 300 Seiten lassen sich weglesen wie nichts. Das liegt bestimmt auch an den Cliffhängern, mit denen jedes Kapitel aufhört, die haben es mir echt nicht leicht gemacht, eine Zwangspause beim Lesen einlegen zu müssen, wenn doch mal nach mir verlangt wurde. Ich finde das Buch wirklich gelungen und es war mal wieder schöne Kinderliteratur, die ich gerne weiterempfehlen würde!

[Buchgedanken] Jussi Adler Olsen - Selfies

Im Sonderdezernat Q stehen Probleme ins Haus: wegen angeblich zu niedrigen Aufklärungsquoten droht die Schließung. Schuld daran ist Rose, denn die scheint die mehrheitlich gelösten Fälle nicht ordentlich zu melden. Bevor Carl sie sich vornehmen kann, hat Rose aber einen ihrer psychischen Zusammenbrüche.  Und gleichzeitig macht ein Autofahrer Jagd auf junge Sozialhilfeempfängerinnen, das Sonderdezernat muss ein nerviges Kameratem für eine TrueCrime-Serie beschäftigt halten und Carls ehemaligem Chef kommt durch die Ermordung einer alten Frau im Park ein alter ungelöster Fall ins Gedächtnis. Alles in allem ganz schön viel Trubel für das Sonderdezernat Q ...

Nachdem ich vom letzten Band nicht mehr ganz so sehr begeistert war, muss ich sagen, dass mir der Band jetzt zwar nicht hervorragend gefällt, aber zumindest finde ich ihn besser als den Vorgänger. Mir hat vor allem die Geschichte rund um Anneli gefallen - so viel, oder eher so wenig Spoiler sei gegeben, der Leser erfährt von Anfang an, um wen es sich bei dem Autofahrer handelt - und ich fand sie extrem gut entwickelt. Und irgendwe konnte ich mitfühlen mit ihr und ihren Gefühlen, mit ihrer Frustration, ihrer Angst und auch ihrer Selbstüberschätzung und Überheblichkeit.

Was ich jedoch am Buch echt auszusetzen habe, ist die diesmal extrem schwache Verbindung der einzelnen Handlungsstränge. Irgendwie ist da zuviel Zufall dabei, oder nein, nicht Zufall, eher Willkür des Autors. "X ist die Nachbarin von Y und deswegen haben wir eine Brücke zwischen den beiden Fällen" ist mir persönlich zu sehr konsturiert und zu wenig überzeugend. Ja, man braucht alle diese Handlungen, um das Gesamtbild zu sehen und nachvollziehen zu können, aber beim Lesen selbst wirkte es immer eher wie eine Nummernrevue. Der Fall an sich ist einfach zu konstruiert und verschachtelt, um wirklich Lesevergnügen herzustellen. Und auch von dem Strang um Rose hätte ich gerne mehr Hintergrund gehabt, mehr Schilderung und weniger Nacherzählung durch andere Personen. Vielleicht hätte es geholfen, wenigstens diese Handlung anders einzubetten, nicht so auf Teufel komm raus hier mit in den siebten Band einzufügen.

Ach ja - den Titel finde ich dieses Mal vollkommen bescheuert. Er passt weder in die bisherige Reihe, noch wirklich zum Buch an sich. Aber das nur nebenbei ...