Montag, 20. März 2017

[Ankündigung] Blogger schenken Lesefreude

Hurra!!! Es ist wieder so weit - der Welttag des Buches steht an.Und genau deshalb schon einmal die Ankündigung: auch dieses Jahr bin ich wieder dabei. Und da es bei Blogger schenken Lesefreude wieder zurück zu den Wurzeln geht, habt ihr dann auch bei mir die Gelegenheit, etwas zu gewinnen. Freut euch mit mir und zählt die Tage, am 23.April erfahrt ihr mehr.

Werbung machen dürft ihr jederzeit, vielleicht beteiligt sich ja der ein oder andere von euch selbst aktiv ;-)

Mittwoch, 15. März 2017

[Rezensionsexemplar] A.F. Harrold - Amandas unsichtbarer Freund

Als Amanda Rudger in ihrem Kleiderschrank entdeckt, ist ihr sofort klar: Das ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft! Anders als Amandas Schulfreunde, die nie draußen spielen, um ihre ordentlichen Kleider nicht schmutzig zu machen, weicht Rudger fortan nicht von Amandas Seite. Einen herrlichen Sommer lang bauen sie ein Lager im Garten, jagen die Katze und erleben die wildesten Abenteuer. Rudger ist einfach perfekt – und dass nur Amanda ihn sehen kann, ist erst recht ein Vorteil, findet sie. Bis der geheimnisvolle Mr. Bunting auftaucht: Auch er kann Rugder offenbar sehen – und er führt irgendetwas Schreckliches im Schilde. Rudger hat furchtbare Angst vor ihm. Amanda ahnt, dass sie schnell herausfinden müssen, was Mr. Bunting verbirgt – und dass ihnen nur wenig Zeit dazu bleibt …

Ich hatte mir das Buch mit ein bisschen Hintergedanken vom bloggerportal geholt, denn meine Schwester beschwert sich gerne darüber, dass meine Nichte einfach ungern liest. Also habe ich diesmal nicht nur selbst eine Meinung, sondern lasse mal jemand anderen zu Wort kommen.

Also, liebe Nichte, wie hat dir denn das Buch gefallen?
Es ist ganz okay. Ich lese nicht gern, deswegen war es toll, dass viele Bilder mit dabei waren. Das war wirklich schön. Und es war spannend und gruselig. Manchmal ein bisschen sehr gruselig, vor allem das Mädchen bei Mr. Bunting.
Anmerkung der Blog-Tante: Stimmt. In dem Buch war dicht gepackt alles, was an Grusel fürZehnjährige angemessen ist, plus sehr viel Spannung und Fantasie. Alles in allem fand ich, dass es eine bezaubernd-gruselige Geschichte ist, die sogar Lesemuffeln zusagen wird.

Würdest du das Buch weiterempfehlen? Warum oder warum nicht?
Vielleicht. Das Buch gefällt bestimmt manchen Kindern nicht, weil es so viele Seiten hat. Aber man kann es schnell lesen und es kennt nicht jeder.
Anmerkung der Blogtante: Dem pflichte ich bei, diese 300 Seiten lassen sich weglesen wie nichts. Das liegt bestimmt auch an den Cliffhängern, mit denen jedes Kapitel aufhört, die haben es mir echt nicht leicht gemacht, eine Zwangspause beim Lesen einlegen zu müssen, wenn doch mal nach mir verlangt wurde. Ich finde das Buch wirklich gelungen und es war mal wieder schöne Kinderliteratur, die ich gerne weiterempfehlen würde!

[Buchgedanken] Jussi Adler Olsen - Selfies

Im Sonderdezernat Q stehen Probleme ins Haus: wegen angeblich zu niedrigen Aufklärungsquoten droht die Schließung. Schuld daran ist Rose, denn die scheint die mehrheitlich gelösten Fälle nicht ordentlich zu melden. Bevor Carl sie sich vornehmen kann, hat Rose aber einen ihrer psychischen Zusammenbrüche.  Und gleichzeitig macht ein Autofahrer Jagd auf junge Sozialhilfeempfängerinnen, das Sonderdezernat muss ein nerviges Kameratem für eine TrueCrime-Serie beschäftigt halten und Carls ehemaligem Chef kommt durch die Ermordung einer alten Frau im Park ein alter ungelöster Fall ins Gedächtnis. Alles in allem ganz schön viel Trubel für das Sonderdezernat Q ...

Nachdem ich vom letzten Band nicht mehr ganz so sehr begeistert war, muss ich sagen, dass mir der Band jetzt zwar nicht hervorragend gefällt, aber zumindest finde ich ihn besser als den Vorgänger. Mir hat vor allem die Geschichte rund um Anneli gefallen - so viel, oder eher so wenig Spoiler sei gegeben, der Leser erfährt von Anfang an, um wen es sich bei dem Autofahrer handelt - und ich fand sie extrem gut entwickelt. Und irgendwe konnte ich mitfühlen mit ihr und ihren Gefühlen, mit ihrer Frustration, ihrer Angst und auch ihrer Selbstüberschätzung und Überheblichkeit.

Was ich jedoch am Buch echt auszusetzen habe, ist die diesmal extrem schwache Verbindung der einzelnen Handlungsstränge. Irgendwie ist da zuviel Zufall dabei, oder nein, nicht Zufall, eher Willkür des Autors. "X ist die Nachbarin von Y und deswegen haben wir eine Brücke zwischen den beiden Fällen" ist mir persönlich zu sehr konsturiert und zu wenig überzeugend. Ja, man braucht alle diese Handlungen, um das Gesamtbild zu sehen und nachvollziehen zu können, aber beim Lesen selbst wirkte es immer eher wie eine Nummernrevue. Der Fall an sich ist einfach zu konstruiert und verschachtelt, um wirklich Lesevergnügen herzustellen. Und auch von dem Strang um Rose hätte ich gerne mehr Hintergrund gehabt, mehr Schilderung und weniger Nacherzählung durch andere Personen. Vielleicht hätte es geholfen, wenigstens diese Handlung anders einzubetten, nicht so auf Teufel komm raus hier mit in den siebten Band einzufügen.

Ach ja - den Titel finde ich dieses Mal vollkommen bescheuert. Er passt weder in die bisherige Reihe, noch wirklich zum Buch an sich. Aber das nur nebenbei ...

[Buchgedanken] Jeffery Deaver - The Steel Kiss

Amelia Sachs ist gerade unterwegs, als sie den Funkspruch hört: der Verdächtige in zwei Mordfällen ist in einem Einkaufszentrum gesehen worden. Zwar kann sie ihn verfolgen, doch bevor sie ihn auch festnehmen kann, geschieht nur wenige Meter entfernt ein furchtbares Unglück: die Falltür in den Motorraum der Rolltreppe gibt nach und ein Mann stürzt hinein. Amelia entscheidet sich, ihm zu helfen, der Verdächtige kann entkommen - und dann stellen Lincoln Rhyme und Mel Cooper fest, dass der Unfall gar kein Unfall war. Die Rolltreppe wurde manipuliert und Hauptverdächtiger ist ausgerechnet der Verschwundene. Ein Täter, der mit Hilfe von der Technik tötet, die uns inzwischen nahezu überall umgibt ...

Erstmal vorneweg ein großes Hurra: Deaver ist endlich wieder abgerückt von seinem Dauerthema des "homemade terrorism". Wir haben einen ganz simplen Mörder, der allerdings nach seinen Taten an die Medien Auszüge aus seinem Manifest liefert, in denen er einen Grund für seine Taten erläutert. Manchmal wünscht man sich die klassischen Serienmörder schon fast zurück, aber so viel ist verraten: natürlich ist beim Meister des Twist wieder einmal nichts so, wie es scheint, und am Ende dreht sich dann doch wieder alles in eine Richtugn, mit der man vorher nicht gerechnet hat. Insofern: alles gut, bei Mister Deaver.

Allerdings hat sich bei den Figuren einiges getan. Lincoln hat der Polizei enttäuscht den Rücken gekehrt und ist inzwischen Dozent an der Universität. Amelia Sachs is endlich mal ihre Knieschmerzen los und steht plötzlich vor ihrem aus dem Knast entlassenen Exfreund. Und plötzlich rollt neben Lincoln auch noch eine Praktikantin im Rollstuhl durch das Labor. Nach elf Bänden war dahingehend ja auch mal endlich eine Entwicklung notwendig, die aber von Deaver ebenfalls mit seiner üblichen "Überraschung!"-Methode serviert wird, was leider nicht ganz so brillant wird, wie er sich das vermutlich vorgestellt wird. Viele der Twists wirken serh konsturiert, weil Deaver einen diesmal sehr viel mehr im Dunkeln tappen lässt, Lincolns üblicheTatoranalysen sind sehr zurückhaltend und ich hatte das Gefühl, Deaver selbst war nicht immer ganz wohl bei den Schlussfolgerungen, die gezogen werden müssen und den dafür zur Verfügung stehenden Beweisen. Er ist auf einem guten Weg zurück zu überraschenden Thrillern mit dem gewissen Etwas, der nächste Band dürfte - wenn er so weiter macht - schon wieder besser werden. Hurra!

[Buchgedanken] Victoria Twead - Two old Fools on a Camel

Eigentlich sind Victoria und ihr Mann Joe ganz zufrieden. Daas pensionierte Lehrerehepaar ist von England nach Spanien ausgewandert und lebt friedlich mit seinen Hühnern in einem kleinen beschaulichen Dorf. Aber dann treibt es Joe doch wieder ans Unterrichten, denn im Internet findet er das Angebot, für ein Jahr und sehr gutes Geld im Nahen Osten zu unterrichten. Genauer gesagt in Bahrain, und die beiden packen nach erfolgreicher Bewerbung kurzerhand die Koffer. So schwer kann es ja nicht sein, an einer Privatschule dem hoffnungsvollen Nachwuchs die Feinheiten der englischen Sprache und der Mathematik beizubringen ...

Ich habe das Buch über ein Gratisangebot bei amazon zusammen mit zwei anderen der Autorin als ebook bekommen und dachte mir "och wie cool, Bahrain, das interessiert mich jetzt". Auch der dezente Hinweis auf dem Titelbild, es hier mit einem Bestseller der New York Times zu tun zu haben, hat mich ein wenig beeinfflusst bei der Auswahl. Aber irgendwie ... ich weiß auch nicht.

Bei dem Buch handelt es sich ganz klar um einen netten autobiographischen Text. Ein wenig fühlt man sich wie bei Tante Trudi, die das Fotoalbum zückt und erzählt - der Eindruck wird verstärkt durch die in den text eingefügten privaten Schnappschüsse von Victoria, Joe und ihren Freunden. Das ist nett und gibt so ein bisschen Lokalkolorit, außerdem hat man so natürlich sofort die Leute richtig vor Augen, die von Victoria geschildert werden. Leider finde ich ihre schriftstellerischen Fähigkeiten aber ein wenig begrenzt, änlich wie Tante Trudi ergeht sie sich im Widerholen und reitet Anekdoten tot, die schon beim ersten Mal eher für die lusitg sind, die dabei waren, als für jemand Fremden. Keine dieser Erinnerungen wird dabei mal literarisch verarbeitet, sondern sie sind halt ohne Höhepunkt einfach da. Was hätte man satirisches aus dieser etwa überengagierten Mutter machen können, die Victoria von Tag 1 an mit Emails bombardiert, wie sie die Lernerfolge ihrer Tochter noch mehr stärken kann ("die andere Klasse hat drei Vokabeln mehr eingetragen ...").

Besonders absurd wird das dann, als die Ereignisse des Arabischen Frühling, den die Tweads direkt miterleben, in der Geschichte auftauchen und man sich des Eindrucks nicht erwehren kann, dass das für Victoria auch nicht mehr ist als beschauliche Kulisse. Spätestens da hatte mich das Buch als Leser wirklich verloren, mir war das zu oberflächlich und zu banal alles. Mal schauen, ob ich die anderen Teile überhaupt noch lese, wirklich Lust habe ich nicht drauf :-(

Mittwoch, 8. März 2017

[Rezensionsexemplar] Catherine Simon - Bitterer Calvados

Deauville im Frühling. Bereits zum fünften Mal lockt der Ort mit seinem Krimi-Festival "Mord am Meer" die Besucher an. Und diesmal ist es den Organisatoren sogar gelungen, den berühmten Bestsellerautor Jean-Paul Picard für eine Lesung zu engagieren. Der Autorenabend ist ein voller Erfolg. Doch am nächsten Morgen liegt Picard tot in seiner Hotelsuite. Das Letzte, was er zu sich genommen hatte, war ein Calvados – und der hatte es in sich: Picard wurde vergiftet ...

Hach ja, ich hatte das Bedürfnis nach einem netten Krimi, den man beim Stillen nebenbei lesen kann und der nicht allzu sehr wehtut. Da habe ich beim bloggerportal einen Glücksgriff getan, denn diesen Anspruch erfüllt "Bitterer Calvados" hervorragend. Dass es sich hier um den dritten Band handelt, macht dem Lesevergnügen nichts aus, denn man wird schnell mit den Figuren vertraut und erhält genügen Informationen, sich zurechtzufinden in der beschaulichen normannischen Provinz. Hübsch ist es da ja schon, ich habe mich ganz wohl gefühlt beim Lesen, wäre gerne gemeinsam mit Leblanc zum Essen gegangen oder hätte das Krimifestival besuchen wollen. Die Figuren sind mit genügend Wiedererkennungswert ausgestattet, dass man sie ins Herz schließen kann, und der Fall wird nett erzählt.

Allerdings bin ich nicht ganz zufrieden mit dem Buch. Das liegt an zwei Gründen, die ein wenig ineinander greifen. Ich hatte beim Lesene infach ein bisschen zu sehr das Gefühl, eine Folge "Derrick" zu genießen. Relativ schnörkellos geht der Fall voran und man kann sich als Leser fast sicher sein, dass die Figur oder der Hinweis, die jetzt neu eingeführt werden, dem Verlauf der Geschichte dient und keinen Nebenschauplatz eröffnet. Ich schreite einen gut ausgebauten Wanderweg entland und genieße die Aussicht, eine Abwechslung zu dem Unterholz, durch das man sich bei anderen Krimis schlagen muss Aber eben auch irgendwie ... nciht direkt langweilig, aber halt wenig spannend. Wie "Derrick" eben. Parallel will die Autorin aber zumindest ein wenig mehr "Mensch" in den Kriminalkommissar bringen als es im ZDF der Fall war, und das bedeutet, dass etliche Seiten (und gegen Ende, für meinen Geschmack zumindest, viel zu viele davon) dem doch recht belanglosen Herzschmerz von Leblanc gewidmet werden, der grade ine Midlifecrisis durchmacht und sich in die sympathsiche junge Nachbarin verknallt. Naja, muss man mögen, ich fand es eher ein wenig lächerlich und habe innerlich die Augen verdreht bei seinen inneren Monologen. Gerade dadurch hatte ich dann am Ende des Buchs das Gefühl, zwar ein ganz kay-es Buch gelesen zu haben, aber mehr auch nicht. Der Wunsch, wieder zurcük ans Meer zu kehren und weitere Bände zu lesen, ist bei mir jedenfalls nur bedingt eingetreten. Schade eigentlich :-(

Donnerstag, 23. Februar 2017

[Fastnachtslesen_2017] Mögen die Spiele beginnen

Hach ja, Fasching ... Ich vermisse es hier auf der Insel kein bisschen. Meine Schwiegermutter-in-spe und ich haben vorhin mein Fotoalbum durchgeschaut und sie war wiklich schwer begeistert von den Faschingskostümen meiner Kindheit. Ich weiß noch nicht genau, ob ich es schade finde, dass das Babymonster das nicht erleben wird, aber zur Zeit bin ich wirklich froh, zum ersten Mal den Fernseher einschalten zu können, ohne Karnevals-Tääätäää zu hören.

Ich mache es mir heute Abend definitiv auf der Couch gemütlich und werde den Abend weniger zum Lesen nutzen, sondern eine Bestnadsaufnahme für den Blog machen: wie groß ist mein SUB jetzt eigentlich? Danach werde ich versuchen, meinen fire zu updaten und wenn das gelugen ist, mache ich mich buchtechnisch auf nach Baraihn. Ein update gibt es später am Abend :-)

Update, 20:58 Greenwich Time:

Wow. 73 Bücher. Das ist dann doch weniger, als ich gedacht habe. Ich habe den Umzug genutzt und doch einige Bücher aussortiert, von denen ich denke, dass ich sie nie gelesen hätte, selbst wenn sie im Regal standen. Die, die jetzt da sind, sind eine bunte Mischung aus aktuellen Büchern, Klassikern und Spontankäufen, denen ich nicht aus dem Weg gehen kann.

Ans Lesen mache ich mich aber jetzt definitiv am fire und es wird "Two old Fools on a Camel" von Victoria Twead, über ihr Leben als Austauschlehrer in Barain. Na dann mal los, auf geht's :-)

Montag, 20. Februar 2017

[Rezensionsexemplar] James Oswald - Die Gräber der Vergessenen

In einer tiefen Schlucht nahe Edinburgh wird die Leiche eines Mannes gefunden, fürchterlich zugerichtet und über und über mit Tattoos bedeckt. Kaum hat Inspector Tony McLean den Tatort besichtigt, versetzt ein weiteres schockierendes Verbrechen die schottischen Behörden und Medien in Aufruhr: Der Politiker Andrew Weatherly hat zuerst seine Frau und seine beiden kleinen Töchter erschossen, dann sich selbst. Warum lief der angesehene Mann plötzlich Amok? McLean soll für rasche Aufklärung des Falls sorgen. Doch als er einen Zusammenhang zwischen dem tätowierten Toten, der Familientragödie und den einflussreichen Kreisen Edinburghs entdeckt, begibt er sich auf gefährliches Terrain ...

Ach du liebe Güte. Das war mein Gedanke, der beim Lesen dieses Buchs immer mehr in den Vordergrund trat. Was klang, wie ein fast schon vom Schwedenkrimi infiltrierter Ausflug nach Schottland, entpuppte isch als ein handfester Mystery-Krimi, bei dem eine übernatürliche Lösung angeboten wird, die man erstmal schlucken können muss. Darauf war ich wirklich nicht vorbereitet und irgendwie vergisst das der Goldmann-Verlag in der Beschreibung dieser Serie auch ein wenig (genuso, wie die Tatsache, dass es eine Serie ist, das hier ist Band 4, was aber nicht so richtig aus dem Klappentext deutlich wird).Deshalb bin ich, ehrlich gesagt, nicht wirklich begeistert vom Buch, das in anderer Hinsicht wirklich gut zu lesen war.

Auf der Positivseite stehen vor allem die Atmosphäre Schottlands im Winter, die Oswald hervorragend einfängt, und eine Hauptfigur, die ein wenig wie der sympathischere Cousin von Wallander wirkt. McLean ist knorrig und knurrig, er ist misstrauisch gegenüber "denen da oben", aber das Ganze ist nicht so extrem gekoppelt an diese Weltuntergangsstimmung aus Schweden, sondern es besteht durchaus Hoffnung, dass der mürrische Haudegen etwas ändern könnte. Das hat mir gut gefallen und war es vielleicht auch, was mich mit dem Buch doch noch einigermaén versöhnt.

[Rezensionsexemplar] Simone van der Vlugt - Tiefe Stiche

Die erste Frau wird auf dem Parkplatz eines Supermarkts niedergestochen. Die zweite in einem Wohngebiet. Kurz darauf wird eine Schwerverletzte auf einem Radweg mit knapper Not gerettet. Ganz Alkmaar steht unter Hochspannung: Wen wird es als Nächstes treffen? Kommissarin Lois Elzinga hat weder eine brauchbare Spur noch ein hilfreiches Täterprofil. Jemand scheint wahllos Frauen anzugreifen. Erst als der Täter wieder zuschlägt, begreift Lois, wie viel dieser Fall mit ihr selbst zu tun hat – und wie wenig Zeit ihr bleibt …

Eins vorneweg: Lieber Diana-Verlag, könnt ihr aufhören, alles, was einen Serientäter beinhaltet, automatisch als Thriller anzupreisen und stattdessen ma sagen, was das Buch ist: ein verdammt guter Kriminalroman, in dessen Mittelpunkt nicht etwa der Thrill steht, sondern ganz solide Polizeiarbeit? Das würde dem Buch nämlich so viel gerechter werden!

Ich war, das kann man merken, anfangs auf etwas anderes eingestellt und hätte das Buch dann fast zu betulich gefunden. Dass dem nicht so war, liegt vor allem an der Fähigkeit der Autorin, einen solcehn Lesefluss zu entwickeln, dass ich einfach weiterlesen musste. Das Buch wird in zwei Handlungsebnen erzählt, man erfährt immer mehr über die geschichte der Kommissarin, die ich persönlich wirklich gut gezeichnet finde. Dass es sich hier um den dritten Teil einer Reihe handelt, wusste ich nicht, aber das hat für mich nicht wirklich einen Unterschied gemacht, van der Vlugt geht nicht den Weg, die Hauptfigur immer mehr zum dramaturgischen Mittelpunkt werden zu lassen. Stattdessen werde ich als Leser Teil der Ermittlungsakte, ich verfolge Spuren, laufe ins Leere und verusche, eine Verbindung zwischen meinen (im Gegensatz zur Polizei ein wenig weiterreichenden) Informationen zu sehen. Gefoppelt ist das ganze dann an eine schöen Figurenzeichnung, bei der mir die Hauptfigur immer sympathsciher wird, obwohl sie mit Ecken und Kanten ausgestattet ist. Für mich ist das der klare Pluspunkt dieses Krimis und genau der Grund, warum ich ihn weiterempfehle.

[Rezensionsexemplar] Wiebcke Gericke - BabySignal. Mit den Händen sprechen

Das Angenehme in einer deutsch-englischen Beziehung ist, dass das Baby gezwungenermaßen zwei Sprachen lernt. Das Problem dabei: es wird vermutlich erst einmal extrem verwirrt sein, was die beiden Sprachen betrifft. Um dem Abhilfe zu schaffen, wollte ich mich mal etwas genauer einlesen in Babyzeichensprache, mit deren Hilfe Kinder schon vor dem Spracherwerb kommunizieren können.

In ihrem Buch zeigt die Autorin zunächst einmal in einem Theorieteil, was Babyzeichensprache eigentlich ist, woher sie kommt und welche Möglichkeiten sie bietet. Man sollte nicht erwarten, dass man zweimal ein Zeichen macht und das Neugeborene antwortet. Meist wird so ab etwa acht Monaten ein erstes Imitieren der Gesten stattfinden, die dann mit zehn Monaten auch durchaus bewusst eingesetzt werden. Es ist also, wie das normale Sprechen mit dem Baby, erstmal eine sehr einseitige Angelegenheit. Und genau hier liegt meiner Meinung nach das Problem des Buches.

Angeschlossen an den Theorieteil folgt dann nämlich eine vielzahl nach Altersttufen sortierter Babyzeichen in sehr schönen Fotos, bei denen die Erklärungen manchmal aber für mich sehr kompliziert gehalten waren. Das heißt, dass ich mir die Gebärden erst einmal selbst erarbeiten muss und mich dann daran erinnern muss, was ich eignetlich gemacht habe, sollte ich das beim Kind anwenden wollen. Ansonsten sind im Buch aber, zumindest für mich, viel zu wenig Tipps für die konkrete Umsetzung von Babyzeichen - und genau das hätte ich mir aber gewünscht. Es ist eher eine Art Lexikon mit Theorieteil, das macht es aber für mich extrem schwer, mit dem Buch wirklich einzusteigen. Ohne einen Kurs, den ich parallel zum Lesen zufällig begonnen habe, hätte ich nicht wirklich Ideen, wie ich die Signale einem Baby spielerisch vermittele und ind en Alltag einbauen kann.Das wäre vielleicht eine Idee bei der nächsten Überarbeitung, dass man ein paar Ideen einfügt, statt noch mehr Anwenderinnen zu Wort kommen zu lassen, die immer wieder erzählen, welche Erfahrungen mit Babyzeichen sie gemacht haben.