Sonntag, 11. Dezember 2011

Cody McFadyen - Ausgelöscht

Kennt ihr das? Ihr bekommt ein Buch empfohlen. Und dann empfiehlt ein anderer dasselbe Buch. Und noch eine Empfehlung für dieses Buch von einer weiteren Person. Und irgendwann kauft ihr das Buch und lest es. Und seid enttäuscht.

Genau so geht es mir mit der wirklich viel gelobten "Smoky Barret"-Reihe von Cody McFadyen. Und bevor ich jetzt weiterspreche, möchte ich folgendes hervorheben:
ACHTUNG!!!! HIER FOLGEN SPOILER FÜR EINEN KRIMI!!!! WEITERLESEN AUF EIGNE GEFAHR!!!!











Okay, das hat, hoffe ich geholfen. Wer jetzt weiterliest, ist selbst Schuld. Denn ich möchte auseinandersetzen, warum ich das Buch einfach nicht gut fand, und dazu muss ich leider auch ins Ende ausholen.

Fangen wir mal mit dem Fall an sich an. Der ist eignetlich echt gut aufgebaut. Ein Entführungsopfer taucht nach sieben Jahren wieder auf, kann aber nicht sagen, was genau passiert ist. Smoky und ihr Team kommen einem Serientäter auf die Spur, der es darauf abgeserhen hat, Ex-Ehemännern ihre "Last" von der Schulter zu nehmen.
Das ist spannend und das Ende ist, sagen wir mal, durchaus überraschend. Die Idee ist gut, gefällt mir, ist interessant. Aber - und jetzt geht es los mit einem großen, allmächtigen ABER - da wird so viel verschenkt, was die Story hergibt. Das ganze wird ohne falsche Fährten, ohne Irrtümer einfach runtererzählt. Dadurch, tut mir Leid, wirkt der ganze Fall einfach unglaubwürdig konstruiert. Die simple Gleichung "Wenn A, dann B" ist einfach kein Patentrezept, um einen spannenden Thriller zu schreiben. Ich bin als Leser seltsam distanziert zum ganzen Fall, ich komm nicht rein, sondern bin immer nur dazu gezwungen, den Erklärungen der Ermittler zu vertrauen. Das nervt. Und das Ende ist, na sagen wir mal, ein bisschen unglaubwürdig gestrickt. Obwohl, das ist unzutreffend. Das Ende - das mit einer echten Überraschung aufwartet, denn der gesuchte Mörder ist eigentlich eine Frau - ist einfach runtergerotzt und unrealistisch. Entschuldigung: Smoky Barrett auf Rachefeldzug, wie sie zu dritt in das Haus der Täterin eindringen, die Smoky im Alleingang identifiziert - verdammt, ich kam mir vor wie in einer schlechten Parodie auf Thriller. Meint der Autor das echt Ernst????

Damit sind wir bei Punkt zwei, was mich gestört hat. Die Figuren. Sorry, aber ich werde mit keienr der Figuren warm. Ich finde sie alle einfahc nur platt und wie ein hundertmal begrabbeltes Abziehbild. Da wären: der Vamp. Das introvertierte Genie. Der alternde Cop. Und natürlich nicht zu vergessen: die Mary-Jane. Eine Mary-Jane ist eine Figur, die alles weiß, alles kann, voll sympathisch ist und alles Leben mit einer Leichtigkeit wuppt. Und genau so eine Mary-Jane ist Smoky Barrett. Mal zusammengefasst: Smoky wurde allein in diesem Buch entführt, gefoltert, psychisch gequält, hat von einer Schwangerschaft erfahren und weiß, dass ihre Adoptivtochter eine Katze einfach so erschossen hat. Nimmt irgendwas davon sie wirklich mit? Führt irgendwas davon zu einer tatscählichen, realistischen Reaktion? Nein. Den Smoky wuppt das alles. Ich nehme ihr ihre Pseudo-"hach, wie schrecklich"-Sätze einfach nicht ab, die wirken wie hingeklatscht, damit diese leblose Figur angeblich menschliche Emotionen zeigt. Sorry, aber selbst die angebliche "Killer-Maschine", die mir am Ende als Mörder präsentiert wird, wirkt auf mich menschlicher und emotionaler als Smoky. Ich hab das Gefühl, hier soll krampfhaft gezeigt werden "Sieh, was der Mensch ertragen kann, ist sie nicht heldenhaft?" und ich muss eindeutig sagen: nein, ist sie nicht. Nur stinklangweilig und vorhersehbar. Es ist so ... belanglos, von ihr zu lesen. Es berührt mich einfach nicht. Ich ledie nicht mit. Und genau deshalb stehe ich auch vor dem Ende und denk mir nur: "Was? Wie bist du denn drauf? Was soll das denn jetzt?" Es passt nicht zum Rest von ihr - aber Hauptsache, wir haben so ein inzwischen zum Klischee gewordenen "der Cop, der sich den dunklen Dämonen stellen muss"-Ende.

Echt, das Buch hätte toll sein können. Aber irgendwie ... ist es das einfach nicht.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Türchen Nummer 4

Ich bin ziemlich verrückt nach Büchern und nehme mir, wenn ich Zug fahre, mindestens eins mit. Das heißt auch, dass ich einen ziemlichen Verschleiß an Lesezeichen habe und inzwischen dazu übergegangen bin, Fahrkarten und anderes zweckzuentfremden. Meistens vergesse ich das betreffende Objekt im Buch und bin dann völlig verwirrt, wenn ich nach einigen Jahren ein Buch zur Hand nehme und dort ein Lesezeichen, egal welcher Art, entdecke.

Da ich seit zwei Jahren auch wieder ein regelmäßiger Besucher der Stadtbibliothek bin, habe ich inzwischen dazu angefangen, in den Büchern kleine Zettel zu hinterlassen, in denen ich dem nachfolgenden Leser entweder viel Vergnügen mit dem Buch wünsche oder ihn auch mal beglückwünsche, dass er so weit gekommen ist. Ich gebe zwei, drei Gedanken zum Buch zum Besten und dann lasse ich das Buch auch schon in Ruhe. Wie ich darauf gekommen bin? Einfach so - weil ich es schön finde, mit Lesern in Kontakt zu kommen und sei es nur, dass er erfährt, dass das Buch gelesen wurde. ;-)

Samstag, 3. Dezember 2011

Türchen Nummer 3 - Früher

Diesen Tag habe ich bei Nat entdeckt und fühle mich direkt animiert, ihn auch auszufüllen ;-)

1. SOS - die geliebte Kassette hat Bandsalat - Lösung?
Drehen, drehen, drehen. Wobei ich sagen muss, dass ich vor allem Schallplatten hatte, die ich geliebt habe. Ich habe mit meiner Schwester immer Playbacktheater zu den Schallplatten gespielt, für unsere Zwei-Personen-Dramatisierung von "Die drei Musketiere" hätten wir Eintritt verlangen sollen!

2. Endlich das erste eigene Haustier - Was war’s denn & wie hieß es?
Das erste Haustier, an das ich mich erinne, war unser Kater Willi. Das erste Haustier, das nur mir gehörte, war Mucki, mein Zwergkaninchen. Mucki hat uns leider nach knapp drei Jahren krankheitsbedingt verlassen - aber Willi hat das selbst für katzen sagenhafte Alter von 22 erreicht.

3. Telefonzelle lässt grüßen – Dein erstes eigenes Handy?
Im Jahr 2000 habe ich es von meinen Eltern zu Weihnachten gekriegt, weil ich da dann auch den Führerschein hatte, und sie Angst hatten, dass ich irgendwann im Graben lande und niemanden informieren kann. Es war dieses Schmuckstück:


4. Seepferdchen, Freischwimmer? – Wie weit hast du’s gebracht?

Ich gestehe: Ich habe noch nichtmal das Seepferdchen. Ich hatte in der Grundschule keinen Schwimmunterricht und am Gymnasium war ich dann os schlecht, dass ich das Interesse an Schwimmen (außer an Planschen im Meer) einfach verloren hatte.

5. Pferde, Delphine, Rennautos - Welches Motiv hatte dein erster Schulranzen?
Gar keines, es war einfach nur ein knallpinker Scout-Ranzen.

6. Mama! Das mag ich nicht – Dein am meisten verhasstes Essen?
Angebratene Zwiebeln und Käsespätzle

7. Aber höchstens eine Stunde! – Was hast du im Fernsehen geguckt?
Das Kinderprogramm des Öffentlich-Rechtlichen, weil wir keine Schüssel hatten. Ich fand "Nesthäkchen" und "Der Trotzkopf" ganz toll, außerdem die ganzen Weihnachtsserien. Oh, und heimlich bei meinen Großeltern am Freitag Abend die ZDF-Krimiserien.

8. Barbie, Lego, Gameboy - Womit hast du am liebsten gespielt?
Mit Barbie und Playmobil. Lego hab ich vor allem aufgebaut und danachdirekt wieder abgerissen.

9. Schule ist scheiße – dein Hassfach?
Ind er Grundschule eignetlich keins, ich hab nur die Schönschreibnote gehasst. Aber im Gymnasium dann sehr schnell Mathe und Sport.

10. Vorbilder & Schwärmerei - Welche Poster hingen bei dir im Zimmer?
Verdammt viele - aber nicht, weil ich Fan war, sondenr weil ich die hässliche Tapete mit Elefanten überdecken wollte.

11. Weißt du noch wie Gänseblümchen schmecken?
Nein, ich hab sie nie probiert.

12.Wenn ich groß bin! - Was wolltest du werden?
In dieser Reihenfolge: Lehrerin - Tierärztin - Archäologien - Bibliothekarin

13. Kassetten sind ‚out’, CDs sind ‚in’ – Welche war deine erste?
Die "Bravo-Hits 95", glaube ich.

14. Scheiß auf Technik, ich geh klettern! - Warst du lieber drinnen oder draußen unterwegs?
Eidneutig drinnen. Ich fand die Versuche meiner Mutter, mich zum Rausgehen zu bewegen, immer doof und hab mich maximal auf ein "Okay, ich les auf dem Balkon" runterhandeln lassen.

15. Oma & Opa kommen zu Besuch – Was haben sie dir mitgebracht?
Geld :-) Meine Oma steckt mir auch heute noch heimlich 10,-€ in die Hand beim Verabschieden ;-)

16. Muschi, Mäuschen, Muckel? Wie wurdest du genannt?
"Mauserl" von meiner Patentante

17. Mein Teddy ist der Beste - Wie hieß euer Stofffreund?
Also, ich hatte Quentin, den Hund; Gina, die Giraffe; Nicole, die rothaarige Puppe; Steffi, den Steiff-Bären; und Dudu, den abgewetzten Teddy.

18. Regenwürmer schmecken doch! Was hast du ekliges gegessen?
Eine Schnecke - weil die in Frankreich sie ja auch essen. Ich war fünf, das Argument hat mich überzeugt :-)

19. Bist du auch gerne mal zu spät nach Hause gekommen?
Nein. Ich bin im Dorf aufgewachsen, da gab es irgendwie nicht so viel, ich war außerdem gerne zu Hause.

20. Aufgeschlagene Knie sind langweilig! - Was war deine verrückteste Verletzung?
Ein aufgeschlagenes Knie - ich bin ungefähr drei Meter auf einem Knie über die Aschenbahn auf dem Sportplatz gerutscht.

21. Kreatives Chaos – Was hast du angestellt?
Ich war viel zu brav. Ich hab nur beim Weihnachtsspiel meinen Gegenüber versehentlich von der Bühne geschubst.

22. Hat man dich auch mit Jazzdance & Töpferkursen gequält?
Leider nicht - es gab bei uns kaum Angebote. Ich glaube, ich hätte gern Ballett gemacht oder rhythmische Sportgymnastik, aber ich wusste nichtmal, dass es das gibt.

23. Rabengruppe, Mäusegruppe, grüne Geister? – Wie hieß deine Kindergartengruppe?
Die "obere Gruppe". Es gab nur zwei Gruppen, die eine war im erste Stock, die andere im Erdgeschoss ;-)

24. Habt ihr auch Fencheltee mit Milch getrunken?
Ich hab noch nichtmal Fenscheltee ohne Milch getrunken

25. Fahrrad, Bus, Muddi, Vaddi - Wie bist du zur Schule gekommen?
Mit dem Schulbus. Morgens um halb acht, als ich in die Grundschule gegangen bin. Mrogens um halb sieben, als ih aufs Gymnasium gekommen bin.

26. Hat deine Mama auch mal deine Aufsätze geschrieben?
Nein, aber meine Handarbeitsprojekte gehäkelt und gestrickt.

27. Kennen vielleicht nicht alle! Mitmach-Zirkus - Was wart ihr?
In der Tat, das kenn ich nicht ;-)

28. Wer schlau ist hat frei! Was hast du versucht um nicht zur Schule zu müssen?
Das Übliche: ich hatte ganz starke Kopfschmerzen!

29. Geil! Taschengeld! – Was hast du als erstes gekauft?
Bücher ;-)

30. Mein erstes Wort war ‚Ameise’ und deins?
Angeblich "Tannenbaum"

Freitag, 2. Dezember 2011

Türchen Nummer 2

Und auch heute geht es wieter mit schönen Büchern, die die Weihnachtszeit verkürzen. Heute möchte ich euch vorstellen:



Jill Smolinski - Die Wunschliste

June führt ein durchschnittliches Leben als graue Maus, die ihr Leben gerne ordnen möchte, es aber einfach nicht so schafft. Das ändert sich, als sie einen Autounfall hat und ihre Beifahrerin Melissa dabei ums Leben kommt. Denn in Melissas Handtasche, die ihr versehentlich übergeben wird, findet sie eine Liste mit Dingen, die Melissa bis zu ihrem 25.Geburtstag tun wollte. June, die unter starken Depressionen und ihren übergroßen Schldgefühlen leidet, beschließt, dass das fortan ihre aufgabe wird: sie wird bis zu Melissas 25.Geburtstag diese Wünsche stellverttretend erfüllen. Einen Sonnenaufgang sehen, mit einem fremden Mann knutschen - eignetlichs cheint alles leicht. Aber wo nimmt man eine Person her, deren Leben man verändern kann?

Ich bin ja eignetlich kein Chick-Lit-Fan. Aber irgendwie passt in die Weihnachtszeit genau diese Art von Büchern: Bücher, die einfahc nur nett sein wollen, unterhalten wollen und eine positive Gesschichte erzählen. Egal, wie realitätsfern sie manchmal ist (oder wie absurd-lustig die Ideen wirken mögen), sie macht einfach warm ums Herz und das braucht man doch auch hin und wieder. Und genau deshalb empfehle ich heute Chick-Lit für den Hausgebrauch und gegen den vorwihnachtlichen Stress ;-)

Türchen Nummer 1

Dieses Jahr gibt es an jedem Tag ein kleines literarisches Highlight des Jahres, das ich euch etwas näher vorstellen möchte. Ich beginne mit einem Buch, das ich erst vorgestern beendet habe:



Kate Atkinson - "Familienalbum"

Familienalbum ist eine echte Leseherausforderung. Hundert Jahre Geschichte komprimiert in 400 Seiten, die parallel zueinander laufen. Die Geschichte beginnt mit Ruby, der jüngsten Frau der Familie. Um genau zu sein, die Geschichte beginnt mit Rubys Zeugung, die von ihr beschrieben wird - um dann zurück ins Jahr 1888 zu springe, wo Rubys Urgroßmutter Alice beschließt, ihre Familie zu verlassen und mit einem reisenden Fotografen durchbrennt. Das Kaleidoskop der Familiengeschichte springt weiter zu Rubys Junged, der Kindheit ihrer Mutter, der Vernunftehe ihrer Großmutter und vielen anderen Familiengeschichten. Insgesamt liest sich das Buch wie das Blättern eines Fotoalbums, man schweift ab, schwelgt im "Ach weißt du noch.." und "Das ist doch die, die damals ..." Darüber hinaus ist das Buch eine wunderschöne Darstellung der englsichen Alltagsgeschichte der letzten 100 Jahre und bereits von daher interessant. Aber eben auch und gerade durch die unglaubliche Erzählweise des Buches ;-)

Donnerstag, 3. November 2011

Michael Gerard Bauer - Nennt mich nicht Ismael!

Ismael Leseur ist 14 Jahre alt und leidet unter einer fürchterlichen Krankheit: dem Ismael-Leseur-Syndrom. Seit seine Eltern vor 14 Jahren auf die Schnapsidee kamen, ihn ausgerechnet nach dem Erzähler aus Herman Melvilles Roman "Moby Dick" zu benennen, stellt er immer mehr fest: der Name Ismael löst bei anderen Menschen alle möglichen Reaktionen aus, nur keine Bewunderung und keine Sympathie. Stattdessen steht er seit einem Jahr auf der Abschussliste des Schulrüpels - und dass sich der Neue in der Klasse ausgerechnet an ihn hängt, hilft da auch nicht grade weiter. Denn nicht nur, dass James Scobie nach einer Kopfoperation unter Gesichtszuckungen leidet, nein, der Neue ist auch noch der festen Überzeugung, dass die Macht der Worte alles lösen kann. Auch Probleme mit dem Schulrüpel. Und plötzlich findet sich Ismael im frisch ggründeten Debattierclub wieder und erlebt das absurdeste, peinlichste, wichtigste Jahr seines Lebens...

Ich bin immer wieder auf der Suche nach guten Jugendbüchern, und hier bin ich einfach am Titel hängengeblieben. "Nennt mich nicht Ismael!" ist ein wunderschönes, leichtes, lockeres und dennoch wahres Buch über den Loser in uns allen. Michael Gerard Bauer geht da sehr konsequent durch - die kitschigen Momente, die das Standard-Jugendbuch-mit-Botschaft normalerweise ausmachen, halten sich sehr, serh zurück, stattdessen steht die Entwicklung Ismaels im Vordergrund, die ganz der Pubertät entsprechend alles andere als geradlinig verläuft. Die Figuren sind herzerfrischend, Klischees stehen komplett auf dem Kopf und bieten endlich mal einen neuen Blick auf das Leben eines Teenagers unserer Zeit. Und ganz nebenbei lernt man ein bisschenw as über die Grundzüge des Argumentierens.

Ihr Lehrer da draußen - HIER ist endlich mal unverbrauchte Klassenlektüre, die Spaß macht und trotzdem lehrreich ist ;-)

Mittwoch, 2. November 2011

Ja, ich experimentiere mal wieder am Design rum

Hier stehe ich, ich kann nicht anders, soll Luther gesagt haben.
Mir geht es ähnlich.
Ich kann nicht anders, ich suche immer noch nach einem schönen Design, shabby und gleichzeit clean, und diesmal hab ich es ganz allein gemacht. Bis ich mich wieder dran sattsehe ;-)

Freitag, 28. Oktober 2011

Kate Morton - Der verborgene Garten

Australien, 2005: Als Cassandras Großmutter Nell, bei der sie aufgewachsen ist, mit über achtzig Jahren stirbt, hinterlässt sie ihrer Enkelin ein mehr als seltsames Erbe: ein altes Cottage an der englischen Küste.
Australien, 1975: Nell, die nach einer Offenbarung ihres Vaters sämtlichen Kontakt zu ihren Verwandten abgebrochen hat, reist nach England auf der Suche nach ihrer Vergangenheit.
Australien, 1913: Ein kleines Mädchen wird im Hafen gefunden, ohne Namen, ohne Verwandte.
England, 1913: Die Schriftstellerin Eliza wird von ihrer Cousine Rose, mit der sie gemeinsam aufgewachsen ist, um einen Gefallen gebeten, der unglaublich erscheint.
Das sind – grob zusammengefasst und ohne unnötige Spoiler (Danke, Klappentext im Inneren des Buchumschlags, dass du mir sämtliche Lesefreude geraubt hast!!!) – die Handlungsstränge, die uns in „Der verborgene Garten“ begegnen. Das Ganze ist gradezu königlich miteinander verwoben, immer wieder taucht ein Detail in der Gegenwart/Vergangenheit auf, das zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt eine Rolle gespielt hat oder spielen wird. Hilfe, man wird ja schon beim Rezensieren völlig wirr im Kopf!
„Der verborgene Garten“ ist ein gutes Buch, aber es ist nicht das Beste von Kate Morton. Woran könnte es liegen? Ich glaube, einfach daran, dass sie so unglaublich, unglaublich viel hineingepackt hat und zum Teil Ideen irgendwo untergehen lässt oder dann noch was nachkommt, was man eigentlich nicht braucht (ein Beispiel stellt auf jeden Fall der Bereich Pädophilie und Inzest dar, den es eigentlich nicht so konsequent dauernd in der Andeutung bräuchte…) Ich will doch nur wissen, wie das alles zusammenhängt, ich brauch nicht noch ein neues Ding drin. Dann natürlich die nervige Liebesgeschichte und Cassandras Selbstfindung (denn natürlich trägt auch sie ein fürchterliches Päckchen mit sich herum – auch das ist wieder etwas, was die Story eher unnötig in die Länge zieht). Nichtsdestotrotz: das Buch lohnt sich in jeder Seite. Interessant recherchiert (aber bitte, muss dann ausgerechnet noch Frances Hodgson Burnett auftreten? Der titelgebende Garten als Inspirationsquelle für „Der geheime Garten“ ist dann doch ein bisschen arg dick aufgetragen!) und mit einer spannend durchkonstruierten Grundgeschichte ausgestattet, ein Familiengeheimnis von fast epischem Ausmaß, dass sich hier allmählich aufblättert, interessante und gut gestaltete Charaktere mit einem gehörigen Maß an Tiefgang (z.B. Rose und ihre Mutter, die haben mir ausnehmend gut gefallen!), ein gezielter Spannungsbogen …
Doch, ich empfehle es weiter, wenn auch nicht mit voller Punktzahl.
****

Katherine Webb - Das geheime Vermächtnis

Es gibt gute Familiensaga-Romane (warum sonst empfehle ich hier denn dauerhaft Kate Morton?) und es gibt … naja, sagen wir, es gibt Familiensaga-Romane, die sich an ihrer Grundidee aufhängen und dann um jeden Preis versuchen, etwas „Neues“ oder „Originelles“ zu schaffen. Dabei kann es dann passieren, dass die Ideengäule durchgehen und ein wenig zu viel auftaucht, sodass die innere Logik der Geschichte oder das, was ich den Erzählflow (also das angenehme Gefühl des Sich-in-den-Roman-Reinversenken) nenne, ein bisschen leiden, weil ich beim Lesen eher das Gefühl habe: „Ahja, klar … mhm … ui, jetzt werden wir auch noch exotisch“.
Genau das ist meiner Meinung nach Katherine Webb passiert. Erica und Beth erben von ihrer Großmutter den Landsitz Storton Manor. Einzige Bedingung ist, dass beide dort leben – was sie nur ungern tun, denn beide verbinden damit vor allem die Erinnerung an den Sommer, in dem ihr Cousin Henry spurlos aus Storton Manor verschwand. Beim Ausräumen entdeckt Erica eine Fotografie ihrer Urgroßmutter Caroline mit einem Säugling – aber der kann keiner ihrer Vorfahren sein, denn Caroline war zum Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos noch unverheiratet.
So weit, so gut. Die Ausgangsbasis klingt spannend und vielversprechend, wird jetzt jedoch angereichert mit der gehörigen Prise Exotik. Es treten auf: ein Gruppe nicht näher definierter Angehöriger von „wanderndem Volk“; ein liebenswerter geistig Behinderter; ein verbotener Jugendfreund; ach ja, und ein paar Indianer braucht man auch noch. Das ganze einmal gut durchmischen und *zack* haben wir eine Familiensaga, die an ihren eigenen Ideen zu Grunde geht. Das liegt daran, dass die Figuren dazu tendieren, immer nur zwischen extremen Gefühlslagen zu pendeln und dadurch gerne mal Handlungen vornehmen, die – mit Verlaub gesagt – ziemlich überzogen sind. Und genau so eine überzogene Handlung (ach halt nein, gleich ihrer zwei, oder vielleicht doch drei?) macht dann die Auflösung dieses Buches aus, von dem ich dadurch ziemlich enttäuscht war. Immerhin, ein hübsches Titelbild haben sie ausgesucht, aber die Geschichte ist maximal drei Sternchen wert.
***

T.C.Boyle - Das wilde Kind

Ich staune immer mal wieder drüber, wenn in Rezensionen von T.C.Boyle die Rede ist und man ihn mit dem schönen Begriff des „Humoristen“ bedenkt. T.C.Boyle ist ein ausgemachter Zyniker, aber sicher nicht „Humorist“, auch wenn er seinen Zynismus mit einer Portion Humor anreichert. Umso überraschter war ich, als ich „Das wilde Kind“ in die Hände bekam, denn das ist ein so untypischer Boyle, der aber gleichzeitig in sein Gesamtwerk passt. In der ziemlich schmalen Erzählung geht es vor allem um die faustisch anmutende Frage, was es ist, das uns zum Menschen macht.
„Das wilde Kind“, das ist Victor. Er wurde (und das ist tatsächlich der reale Kern an der Geschichte) 1797 im Süden Frankreichs gefunden, nackt auf einem Baum. Victor war im Wald aufgewachsen, ohne Kontakt zur Außenwelt oder zu Menschen, er konnte nicht sprechen, erkannte sein Spiegelbild nicht und war damit ein gefundenes Fressen für die Wissenschaft, die hier den „reinen Wilden“ frei nach Rousseau erkannte. Victor wurde in die Obhut einer Taubstummeneinrichtung gebracht und seine Erziehung dem Arzt Jean Itard anvertraut, der ihn nicht nur Grundkenntnisse im Alltagsleben vermitteln sollte, sondern vor allem das Gefühlsleben des Jungen erforschen sollte.
Was aus Victor wurde? Darüber weiß man nicht allzu viel, denn nach Abschluss von Itards Forschungen verschwand er mehr oder weniger im Dunkeln der Geschichte. Auch Boyle hält sich mit der Ausschmückung dieser Details nicht auf, sondern konzentriert sich in seiner Erzählung einzig auf die fünf Jahre Forschung Itards, die in ihrem Forschungsdrng fast schon erschreckend und gleichzeitig so faszinierend sind: was macht uns zum Menschen? Verstehen wir tatsächlich etwas oder sind wir nur vom actio-reactio-Prinzip geprägt? Wieviel darf Wissenschaft, um zur Erkenntnis zu gelangen? Wieviel ist das „Menschliche“ in uns wert, wenn wir der Wissenschaft dienen sollen? Und was bedeutet „Mensch sein“ tatsächlich?
Victor ist umgeben von antändigen Menschen, die der Meinung sind, das Beste zu tun. Für ihn und für die Menschheit. Dass das aber nicht automatisch dieselbe Richtung bedeutet, fällt dabei unter den Tisch, und als Leser sitzt man zum Teil fasziniert-erschreckt da und fragt sich, ob denn niemand merkt, dass Victor auch ohne geometrische Formen bislang sehr gut überlebt hat. Im Gegensatz zu Kaspar Hausser (der zwar isoliert aufgewachsen ist aber dessen Isolation nicht so vollständig gewesen sein kann wie die von Victor) war bei Victor nicht zu erwarten, dass man hier jemanden findet, der sich nach einem halben Jahr in fließender Sprache über sein bisheriges Leben äußern kann, aber trotzdem wird es versucht – einfach nur, weil man es kann und niemand „nein“ sagt.
*****

Montag, 10. Oktober 2011

Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher

Ich bin gerade echt, echt stinkig. Nein, ich bin mehr als nur stinkig, ich bin wirklich angepisst. Seitdem Anfang des Jahres klar wurde, dass es eine Fortsetzung von "Die Stadt der träumenden Bücher" geben wird, habe ich dem Veröffentlichungsdatum entgegengefiebert. Am Samstag war es so weit, ich habe es in die Buchhandlung geschafft, 24,95€ auf den Ladentisch gelegt und meinen Schatz nach Hause getragen, wo ich ihn die letzten drei Tage über gelesen habe.

Drei Tage lang? Einen Walter Moers? Ich?

Ja.

Erstens, ich bin in letzter Zeit ziemlich möde. das Referendariat ist anstrengender als auch ich dachte. Aber, vor allem, zweitens: das Buch hat mich irgendwann angeödet. Und zwar einzig und allein deshalb, weil eigentlich nichts passiert. Absolut und total GAR NICHTS! Das bisschen Handlung, das sich durch die 420 Seiten zieht, lässt sich zusammenfassen mit "Hildegunst von Mythemetz erhält einen seltsamen Brief und kehrt zurück nach Buchhaim". Der Rest ist entweder ein platter Wiederaufguss von "Die Stadt der träumenden Bücher" (Entschuldigung, aber der Inhalt des Vorgängers wird sieben Kapitel lang erneut erzählt - zwar spannednd argestellt, aber mal unter uns Kellerkindern, das ist doch pure Zeilenschinderei!) oder es sind nette Ideen, in denen er sich aber echt verliert (ja, ja, man könnte jetzt argumentieren, mythenmetzsche Abschweifung und so) und die dann irgendwann, so schrecklich es klingt, langweilig werden. Da ist nicht mehr das frische, das neue - Buchhaim hat sich zwar verändert, aber letztendlich beschreibt er nochmal genau dasselbe in Grün. Nur mit Theater und Marionetten statt mit Büchern. Und ohne Buchlinge. Ich meine: gänzlich ohne Buchlinge. Nichtmal eine Fußspitze ist von ihnen zu sehen!

Wäre ich positiv beeinderuckt, würde ich schreiben: Moers schafft es, die literarische Entwicklung von Mythenmetz nachzuvollziehen vom Stürmer und Dränger hin zum altehrwürdigen, klassischen Schriftsteller, dessen Werke vor allem schildern statt Abenteuer zu versprechen. Das ist wirklich nett gemacht. Aber ich bin einfach echt sauer, vor allem wegen des Endes. Da glaubt man endlich, genau jetzt käme mal Fahrt in den Roman und dann - CLIFFHANGER! Fortsetzung folgt! Es ist, als hätte Moers selbst nicht so genau gewusst, was er eignetlichs chreiben will, dann mal angefangen, zwischendrin die Lust verloren, aber weil es gad da war, wird die Scheiße (entschuldigt, dass ich das so offen sag) zwischen zwei Buchdeckel gepresst und fertig.

Die Fortsetzung folgt - ohne mich.

Montag, 3. Oktober 2011

Margret Nissen - Sind Sie die Tochter Speer?

Margret Nissen, geboren 1938, hat lange Jahre versucht, jede öffentliche Äußerung zu vermeiden, die sie in Verbindung zu ihrem Mädchennamen bringen könnte. Das änderte sich erst, als Heinrich Breloer den Film "Speer und Er" drehte und sie sich dadurch zum ersten Mal mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetze. Denn Margret Nissen ist nicht nur Margret Nissen, sondern vor allem auch die "Tochter Speer", viertes von sechs Kindern des Architekten und späteren Reichswirtschaftsministers Albert Speer.

In ihrer Autobiographie beschreibt sie das Aufwachsen in einer relativ friedvollen NS-Normalität, bei der man zu Hitler zum Essen geht, ansonsten aber - vermutlich dank der Mutter - relativ unpolitisch bleibt und das Rampenlicht allein dem dauerabwesenden Vater überlässt. Bezeichnenderweise ist das Buch keine Abrechnung mit dem Vater, wie es z.B. Niklas Frank macht, sondern es ist eine Beschreibung eines Lebens, in dem der Vater abwesend, gleichzeitig irgendwie präsent ist. Und genau damit hatte ich immer wieder meine Probleme beim Lesen. Margret Nissen scheint unglaublich unter ihrer Herkunft gelitten zu haben, wenn sie eine Beschäftigung damit so lange weggestoßen ha, auf der anderen Seite sind mir in dem Buch einfach keine wirklichen Gründe offenbart worden, worin dieses Leiden bestand. Ihre Kindheit nach 1945 führen sie und ihre Geschwister weiter fort wie bisher, zunächst mit weniger Geld, aber wirklich ausgegrenzt oder sonstwas werden sie wegen ihres Namens nicht - im gegenteil, die Großeltern Speer sind sehr honorige Personen, die in ihrer Stadt angesehen werden und das gilt auch für Schwiegertochter und Kinder. Drüber geredet, wer da noch zur Familie gehört, wird in den Fünfziger Jahren weder in der Familie noch in der Stadt, das Leben geht einfach weiter wie gehabt. Nur dass der Vater, der ja schon früher mehr oder weniger nur im Urlaub auftauchte und zum Held der Kinder avancierte, im Gefängnis sitzt und die Kommunikation größtenteils schriftlich abgewickelt werden muss, ist vielleicht anders - aber selbst diese Breif sind so normal, so alltäglich, so ... man kann es nicht anders sagen ... belanglos, das man sich beim Lesen immer wieder fragt, warum Margret Nissen plötzlich dieses Buch geschrieben hat. Irgendwann wird angedeutet, dass ihre frühe Hochzeit auch damit zu tun hat, dass sie ihren Mädchennamen loswerden will - aber so richtig verstehen kann man es alles nicht.

Ihr seht schon, ich hatte mir etwas mehr erwartet. Etwas mehr Auseinandersetzung, etwas mehr Autobiographie statt blabla. Deshalb von mir keine unbedingte Empfehlung ;-)

Freitag, 30. September 2011

John Grisham - Der Anwalt

Kyle McAvoy steht kurz vor seiner Zulassungsprüfung als Anwalt. Er ist ein brillanter Jurist und die Angebote aus exklusiven Großkanzleien trudeln in Massen ein. Eigentlich könnte er sich beruhigt zurücklehnen, denn er hat seine Entscheidung für seine Karriere bereits gefällt: eine ruhige Kanzlei, nichts großes, bei dem er illegalen Einwanderern helfen kann.
Was niemand ahnt: Kyle und drei Freunde aus seiner Studentenverbindung hatten vor einigen Jahren erheblichen Ärger. Eine College-Kommilitonin bezichtigte sie der Vergewaltigung, da allerdings keinerlei Beweise existierten, wurden die Ermittlungne bald eingestellt. Aber jetzt holt Kyle seine vergangenheit ein, denn eine ominöse Gruppe von Erpressern präsentiert ihm nicht nur ein Beweisvideo, sondern vor allem auch die Wahlmöglichkeit, entweder angezeigt zu werden oder in ihrem Auftrag die Stelle bei einer Großkanzlei anzutreten um brisantes Aktenmaterial zu erhalten...

Da mein Göttergatte Anwalt ist, habe ich um Grisham bislang einen Bogen gemacht - zu viel Anwaltsgerede vertrage ich einfach nicht. Jetzt hat es mich aber doch erwischt, denn das Buch klang viel zu spannend, um es weiter im Schrank einstauben zu lassen. Und ich musss agen: doch, es hat sich gelohnt. ich bin eigentlich nicht der Fan von Spionage-Thrillern oder Geschichten, in denen sich alles nur im Computer abspielt oder eigentlich effektiv gar nichts an Action eingebettet ist, hier hat es aber einfach gepasst. Kyle entscheidet sich, soviel darf man verraten, für die zweite Möglichkeit, er wird Angestellter einer Kanzlei, und das führt zu einer sehr spanneden und wirklich einschüchternden Darstellung des Lebens amerikanischer Junganwälte. Hundert-Stunden-Wochen, die als "wenig gearbeitet" gelten, eine dauerhafte Erreichbarkeit über das Firmenhandy, das Verbot persönlicher Beziehungen - der Alltag in Großkanzleien, die normalerweise innerhalb von zwei Jahren die Neueinstellungen eines Jahrgangs um bis zu vierzig Prozent reduzieren: echte "Anwaltsfresser". Dazu die Ungewissheit, was eigentlich genau Sache ist, das omnipräsente Gefühl des Überwachtwerden durch Kanzlei und die Erpresser - und Kyle, der sich durch Spionagethriller eine kleine Fortbildung verschafft (ein nettes Detail am Rande :-D )
Es ist hübsche Lektüre für zwischendurch, die aber ein wenig ins Leere läuft - etwas, was ich bei Grisham immer ein wenig vermutet habe anhand der Filme, dem Buch geht irgendwann einfach die Puste aus, es wird schnell das Ende abgewicketl, aber statt eines "Oh mein Gott, wie tragisch/furchtbar/unbefriedigend, dass der entkommt"-Endes verpufft die Idee irgendwann auf den letzten zwanzig Seiten. Schade, wirklich schade, denn die Story hat es in sich.

Montag, 26. September 2011

Jürg Amann - Der Kommandant

Schon wieder Nationalsozialismus ... Ich kann einfach nicht widerstehen, nicht nur wegen meines Hescjichtsstudiums und meines Nebenjobs, sondern einfach nur aus purem interesse: sobald ich ein Buch sehe, das sich mit dem Themenkomplex beschäftigt, landet es unweigerlich auf meinem Stapel zu lesender Bücher. So auch "Der Kommandant", das mir zufällig in der Stadtbibliothek in die Hand sprang.

"Der Kommandant" ist ein sehr, sehr schmaler Band - manche Reclam-Ausgabe hat mehr Seiten. Ähnlich wie "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell lässt Amann hier nur die Tätersicht sprechen. Anders als Littell waht er sich dabei aber noch einen Schritt weiter, indem er einfach nur Originalzitate aneinanderreiht. Nicht irgendwelche, sondern Amann verdichtet die Lebenserinnerungen des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höss (geschrieben zwischen seiner Verhaftung und Hinrichtung) zu einem Monolog, den man immer gern aus der Hand legen möchte, es dann doch nicht tut, weil man fassungslos von einer der 16 Stationen zur nächsten blättert. Da wird in den Erinnerungen an die Hinrichtungen in Sachsenhausen gradezu geschwelgt, um in einem Nebensatz zu erklären, dass das nur ein kleiner Teil des "bunten Lebens im Konzentrationslagers" war. Während ich Littells Roman lediglich verstörend empfand, war das tatsächliche in Buch, bei dem ich mich immer wieder an meine erste Begegnung mit Claude Lanzmanns Film "Shoa" erinnert, bei dem ich immer wieder ausschalten musste, weil ich es nicht ausgehalten habe, in diese Denkweise einzutauchen. "Der Kommandant" führt einen hinein in ein so völlig absurdes, wahnsinniges Denken, dass man versucht ist zu schreien - und am Ende vielleicht um so mehr daran zweifelt, dass man selbst sich niemals in dieses Denken eigefügt hätte.

Freitag, 9. September 2011

Freitagsfüller

1. Kürbisse finde ich lecker, aber ich habe panische Ekel-Angst vor diesen Zierkürbissen mit Warzen -Halloween sit nicht mein Lieblingsfest.

2. Die zwei aufregednsten, nervigsten, stressigsten und wundervollsten Jahre meines Lebens liegen, denke ich zumindest, jetzt vor mir.

3. Als ich 10 Jahre alt war, wollte ich Bibliothekarin werden - na gut, die Bücher dazu hab ich zumindest.

4. Viel zu viel Krempel liegt neben mir auf dem Tisch.

5. Wenn ich leben könnte wo ich wollte, dann wäre das vermutlich hier, mich zieht nichts in andere Länder oder Orte ich fühle mich hier zu Hause. Aber ein Ferienhaus in Schweden, das würde ich nehmen ;-)

6. Lieber September, bitte werde nicht zu kalt und nicht zu warm, stimm micht auf den Herbst ein, aber lass mich den Sommer noch genießen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meinen Computer, morgen habe ich viel, viel Arbeit geplant und Sonntag möchte ich ein letztes Mal lange ausschlafen!

Ich will einfach gewinnen...

Ja, jetzt muss ich auch einfach mal unverschämt Werbung machen. Als ich heute auf zalando.de unterwegs war, bin ich auf ein Gewinnspiel gestoßen, das mich einfach nur gefreut hat: eine fashion-flatrate. Ein Jahr lang, jeden Monat einen Gutschein über 300,-€ vershoppen dürfen - was für ein Traum! Dafür muss ich mich in die Niederungen der Blogwerbung begeben, also verzeiht diesen Eintrag hier, der vor Marketing nur so sprühen wird - aber ich kann nicht anders.

Mein Lieblings-Outfit von zalando ist eine echte Herausforderung geworden, ehrlich gesagt, habe ich mich zwischen acht verschiedenen entscheiden müssen, am Ende dan gelost und hier ist es nun:



Genau danach ist mir heute zumute: etwas, was einerseits ein isschen kuschelig-herbstlich ist, und das andererseits noch eine kleine erinnerung an den Sommer aufkommen lässt. Deshalb bewege ich mich in grau und taupe, knalle ein wenig blau dazu und freue mich wie blöde über das bisschen Sonnenschein, das für morgen versprochen wurde ;-)

Zalando Fashion Flatrate

Donnerstag, 8. September 2011

Camilla Läckberg - Die Töchter der Kälte

Camilla Läckberg wird laut Klappentexten als die neue schwedische Krimi-Sensation gefeiert, wobei inzwischen in Deutschland bereits fünf Bücher erhältlich sind, in Schweden sind es sieben. Ich habe vor einiger Zeit mal den ersten Band in die Finger bekommen und seitdem lese ich sie sporadisch, wobei ich bei dieser Serie nicht so brennend dafür interessiere, sie sofort und in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn eigentlich, das muss ich gestehen, ist Camilla Läckberg für mich sowas wie die Danielle Steel der Krimiliteratur, zu platt, zu vordergründig, zu sehr um das "Außergewöhnliche" bemüht.

Dieser Meinung war ich jedenfalls, bis ich dann "Die Töchter der Kälte" innerhalb von acht Stunden verschlungen habe, denn siehe da: die kann ja wirklich was! Zumindest fesselnd erzählen und das ganze Buch aufeinander abstimmen, und diesmal finde ich sogar den deutschen Titel treffender als den Originaltitel.

"Töchter der Kälte", das sind irgendwie alle Frauenfiguren, die diesmal im Roman auftauchen, deren Lebenswege im Moment kalt und irgendwie aussichtslos erscheinen. Da ist Erika Falck, die Teil-Hauptfigur der Serie, die gerade ihr erstes Kind auf die Welt gebracht hat und mit dem neuen Leben an der Seite eine Säuglings überfordert ist, kurz vor einern Schwangerschaftsdepression steht und deren Gefühle zu ihrer Tochter noch nicht ganz so warm sind, wie das die ganzen Baby-Ratgeber immer schildern. Oder ihre Schwester Anna, die in einer längst schon gescheiterten Ehe mit einem gewalttätigen Mann feststeckt. Und natürlich nicht zu vergessen die Familie, die im Zentrum des Romans steht - die siebenjährige Sara, Tochter der Familie Klinga, wird tot aus dem Meer gefischt. Schon bald ist klar: das Mädchen wurde ertränkt und zwar in einer Badewanne. Als dann auch noch in ihrem Magen Aschereste gefunden werden, steht fest, dass man es hier mit einer sehr viel tiefer liegenden Geschicht ezu tun haben muss. Was ist los in dieser Familie, in der die Großmutter aufopferungsvoll ihren zweiten Ehemann pflegt, die Ehe von Mutter und Vater nur noch wie eine Farce erscheint und der Tod eines Mädchen nur wie die Spitze des Eisbergs wirkt?

Parallel eingebettet erzählt Läckberg eine Geschichte aus den zwanziger Jahren, die sich ganz allmählich an die aktuellen Ereignisse annähert. Die achtzehnjährige Erbin eines Fabrikbesitzers, verwöhnt und arrgonat bis in die ondulierten Haarspitzen, lässt sich von einem Steinmetz schwängern. Dass ihr Vater sie daraufhin zur Heirat unter ihrem Stand zwingt und entwerbt, hat sie nicht ahnen können - und dass die Ehe eignetlich von Anfang an nicht unter einem guten Stern steht, ist auch dem leser schnell klar. Die Dynamik, die diese Geschichte nimmt, um auf ein sehr unauasweichliches Ziel zuzusteuern, und die diese Frau zur Haupt-Tochter der Kälte macht, ist es, die mich wirklich gefesselt und immer und immer mehr zum Umblättern gezwungen hat. Ehrlich, dieses Buch hat Leser verdient, die anderen Teile müssen nicht sein ;-)

Montag, 29. August 2011

Herr von Bülow, sagen Sie jetzt nichts

Es ist ein paar Tage her und seitdem bin ich irgendwie ... nein, ich glaube tatsächlich, es ist an der Zeit, das reizend altmodische Adjektiv "betrübt" zu verwenden, um meinen Gemütszustand zu beschreiben.

Loriot ist tot.

Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Nachrufen auf ihn, gelungene und weniger gelungene, und nun reihe auch ich mich ein. In tiefer Dankbarkeit nehme ich Abschied von dem Mann, der mich seit meiner Kindheit begleitet hat. Dessen Filme und Sketche ich auswendig zitieren kann, dessen Humor und preußische Korrektheit keine Gegensätze waren, sondern einander bedingten. Und der es geschafft hat, einen tatsächlich typischen deutschen Humor zu erschaffen, der im Ausland oftmals irritiert betrachtet wird. Deshalb spare ich mir alle Worte und sage einfach nur: Herr von Bülow, wo auch immer Sie nun sind, ich bin sicher, Sie haben das spannmuffengefederte Biedermeiersofa inzwischen gefunden.

Terry Pratchett - Das Mitternachtskleid

:-)

Diesen Smilie in groß bitte vorstellen.

So sieht mein Gesicht aus, sobald ich sehe, dass es in der Stadtbibliothek einen neunen Pratchett gibt. Und das Grinsen wird noch größer, wenn sich auf dem Umschlag kleine, blaue, klittragende Kobolde befinden. Denn dann weiß ich: es ist wieder Zeit für Tiffany Weh und die "Wir sind die Größten".

Für alle, die sie noch nicht kennen: Tiffany Weh ist die Enekelin von Oma Weh, der alten Hexe des Kreidelandes. Und da Tiffany ebenfalls magische Anwandlungen hat, ist sie die neue Hexe. Das ist ein Problem, wenn man erst 16 Jahre alt ist und die Menschen um einen herum Hexen automatisch mit alten Frauen mit schwarzen Hüten und Warzen auf der Nase assoziieren. Aber um Tiffanys Schicksal noch vollständig zu machen, hat sie eine Horde Kobolde am Hals, die sich in aller Bescheidenheit "Wir sind die Größten" nennen, deren Hobbys sich mit "Wein, Weib und ein bisschen viel Geprügel" nur notdürftig beschreiben lassen und die es sich zur Aufgabe gemacht haben, Tiffany zu beschützen - oder zumindest das zu tun, was sie dafür halten. So auch in "Das Mitternachtskleid", das im Original den verheißungsvollen Titel "I shall wear midnight" trägt, und in dem Tiffany konfrontiert wird mit der Rückkehr eines bösartigen Hexenjägers. Mangels eigenem Körper schafft er es zumindest, die Gedanken der Menschen zu manipulieren und ihnen Angst vor Hexen zu machen. Ein Fall für Tiffany - und ein klein wenig Unterstützung von Oma Wetterwachs, Nanny Ogg und all den anderen altgedienten Damen mit einem Hang zu Besen und schwarzen Hüten...

Ich habe nicht nur gegrinst beim Lesen, sondern hin und wieder laut gelacht und vorgelesen. Was irritierende Blicke verursacht, wenn man dabei im öffentlichen Personennahverkehr sitzt - aber manche Bücher müssen laut gelesen werden und Pratchett gehört einfach dazu. Nicht nur, dass die Größten Zuwachs bekommen - und zwar einen Größten, der nicht nur Teil der Satadtwache in Ankh Mroprok ist, sondern der auch noch ein Faible hat für Ballett, Theater und sonstige kulturelle Veranstaltungen - nein, auch Tiffanys Leben wird mehr und mehr auf den Kopf gestellt. Das ist nich tzuletzt die Schuld des unerträglichen Erben des Barons, Tiffanys wenn man so will bestem Freund, sondern vor allem seiner Schweigermutter-in-spe. Und eines Haufens tolldreister (und noch nie hat ein Adjektiv sie so passend beschrieben) Kobolde, die selbst in den absurdesten Situationen noch eine Schummelei finden, um sich herauszuwinden. Und das ganze so schnell, so temporeich, so irrsinnig witzig, dass ich davon immer mehr und mehr will!!!

David Benioff - Stadt der Diebe

Manche Bücher werden einem von allen Seiten empfohlen und ich weiß nicht, wie es euch geht, aber bei mir löst das - bedingt durch einige eher schlechte Erfahrungen - sehr oft eher einen Fluchtreflex aus und ich schiebe es weit vor mir her, mich diesem Buch zu widmen. "Stadt der Diebe" war so ein Buch und ich muss gestehen: ich bedauere, es nicht früher entdeckt zu haben.

"Stadt der Diebe" ist die Geschichte von Lew und Kolja und spielt 1942 im belagerten Leningrad. Der siebzehnjährige Lew wird beim Plündern eines deutschen Soldaten erwischt und verbringt die Nacht im gefängnis. Der trifft er auf Kolja, einen Deserteur Anfang zwanzig. Die beiden haben sich bereits damit abgefunden, am nächsten Morgen hingerichtet zu werden, als sie vor den Stadtkommandanten befohlen werden und eine Chance erhalten: sie haben sieben tage Zeit, um im belagerten und völlig ausgehungerten Leningrad, wo sich Leute für eine faule Zwiebel töten, zwölf Eier auzutreiben. Und damit beginnt eine aufreibende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Sex und die Suche nach sich selbst und dem Leben in einer aussichtslosen Zeit...

Ehrlich, das Buch hat mich begeistert, schon von der ersten Seite an. Es ist in einem ungeheuer angenehmen Erzählton geschrieben, der einen beim Lesen geradezu mitreißt. Benioff ist ein geborener Fabuilierer, er gerät von einem zum anderen, ist dabei aber nie langatmig (im Gegenteil, manchmal geht es schon fast zu schnell) und kein Wort ist unnötig sondenr, im gegenteil, alles am richtigen Platz. Wer so mit Sprache umgehen kann, sollte einen Platz im Bücherregal erhalten, also, wer es noch nicht kennt, soll kaufen, leihen, w as auch immer, aber auf jeden Fall: lesen!

Linda Castillo - Blutige Stille

Ähm ja, so schnell kann es gehen. Ich habe ja erst neulich über den Erstling von Linda Castillo geschrieben und war davon zwar angetan, aber nicht so wirklich gefesselt. Allerdings - brave Lese-Bloggerin, die ich bin - habe ich ihr noch eine Chance geben wollen und bin so bei Band 2, "Blutige Stille" gelandet.

Kate Burkholder wird diesmal mit einem entsetzlichen Mord konfrontiert. Eine amische Familie ist einem eiskalten Mörder zum Opfer gefallen, die beiden Töchter wurden zu Tode gefoltert, die restliche Familie regelrecht massakriert. Die Familie ist erst kürzlich zugezogen und als Kate das Tagebuch der älteren Tochter findet ist schnell klar: der Fall ist deutlich komplizierter, als er am Anfang scheint.

Diesmal gibt es ein wenig mehr Einblicke ins amische Leben (zwar immer noch nicht so viele, wie ich gerne hätte) und im Fokus steht immer mehr die komplizierte Beziehung von Kate und Tomasetti, dessen Drogentest und Suspendierung ihn vielleicht (hoffentlich) doch mal zum Nachdenken bringen. Die Figuren sind diesmal deutlich intensiver gezeichnet und nicht mehr ganz so platt wie im ersten Teil, vor allem aber traut sich Linda Castillo diesmal auch, mit allgemeinen Krimi-Regeln zu brechen und weniger ausgetretene Pfade zu beschreiten. Das freu und gefällt den Leser und somit auch mich, und ich freue mich deshalb, euch ein Buch ans Herz zu legen, das deutlich mehr Spannung enthält, als anfangs gedacht ;-)

Freitag, 26. August 2011

Freitagsfüller



1. Jetzt kann ich mich endlich ins Bett legen, das Schlafzimmer ist endlich, endlich abgekühlt - gestern hab ich freiwillig auf der Couch geschlafen.

2. Ich finde das Verhalten des Ministeriums in Bezug auf die Zuteilung von Referendariatsplätzen einfach nur unmöglich.
3. Es macht Spaß im Schwimmbad zu liegen, zu lesen und sich einen Sonnebrand zu holen.

4. Der Beginn des Referendariats undd amit einhergehend das erste wirklich,m wirklich selbstverdiente Geld wird mein Highlight der 2. Jahreshälfte.

5. Ich frage mich heute gar nicht so viel, im Moment bin ich zu glücklich und froh, um alles zu zergrübeln.

6. Meinen beiden Lieblingskollegen eine Tasse zu bedrucken hat zwar mein Konto endgültig geleert, aber das war es wert.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meine Bübliotheksbücher und ein kühles Schlafzimmer, morgen habe ich einen Besuch bei meinen Eltenr inklsuive Abstecher in den Pool geplant und Sonntag möchte ich endlich mal wieder Trinkgeld bekommen, was soviel bedeutet wie mich bei einem Rundgang wieder richtig ins Zeug hängen!

Im Bikini auf der Couch

Kaum zu glauben, aber das mich ich grade tatsächlich - ich liege auf der couch, trage einen Bikini, neben mir ein "Cocktail spezial" (eisgekühlte Spezi mit einem Strohhalm :-D ) und ein kaltes Tuch auf der Schulter, wo mich zum ersten Mal in meinem Leben eine Wespe erwischt hat. Und zwar eine dieser "Ey, laberst du misch an, Alda"-Aggro-Wespen, die im Moment unterwegs sind.
Bisher bestand meine Wespentaktik darin, beim Nähern einer Wespe zu erstarren und sie anzuschreien - damit fuhren beie Parteien gut. Die Wespe heute hat sich allerdings nicht davon beeindrucken lassen, sondern flog zentral auf mich zu, setzte sich auf meine Schulter und stach einfach zu. Scheiß-Vieh!

Egal, die Zwangspause beid er Hitze nutze ich dazu, mich tatsächlich mal meinen Büchern und vor allem meinen Bastel- und Handarbeiten zu widmen. Mangels Kamera folgt nur eine leichte Beschreibung, was ich bislang erreicht habe:

- Stoff zugeschnitten für das Schnuffeltuch
- sieben von 16 Quadraten einer Tischdecke bestickt
- einen Apfelvordruck gefunden, Papier besorgt, den Apfel ausgeschnitten und die Form auf einen Keilrahmen übertragen

Und jetzt geht es auch direkt weiter ;-)

Donnerstag, 25. August 2011

Linda Castillo - Die Zahlen der Toten

Eine neue Serie ist jetzt mit Band zwei erhältlichm Zeit, mich dem ersten Band zuzuwenden ;-)

"Die Zahlen der Toten" ist der erste Krimi einer Reihe, die im verschlafenen Ohio-Nest Painter's Mill spielt. Kate Burkholder ist die amtierende Polizeichefin, eine Frau Anfang 30, die sich in ihrem Job recht gut macht. Das liegt auch daran, dass sie selbst in Painter's Mill aufwuchs und eine Brücke schlägt zur dort lebenden Gemeinde von Amischen. Denn Kate selbst ist in einer amischen Familie geboren und aufgewachsen, hat sich aber dazu entschieden, sich nicht taufen zu lassen und in die Gemeinde einzutreten. Warum, das erfährt der Leser im ersten Band der Serie, denn dort wird Kate mit einem Serienmörder konfrontiert, der keine Grenze zwischen Amisch und Englisch kennt und vor fünfzehn Jahren bereits zugeschlagen hat.

Das ganze klingt sehr, sehr spannend und tatsächlich ist "Die Zahlen der Toten" ein sehr solider, handfester Thriller mit interessanten Wendungen. Allerdings, und das finde ich mehr als nur schade, ist die Geschichte zum Teil extrem vorhersehbar, denn die Figuren agieren immer wieder wie Holzschnitte. Und so war dann auch der Täter nach der Hälfte der Zeit einfach klar, abgesehen davon, dass da ein Täterprofil auftaucht, dass so abartig große blinkende Alarmpfeile auf den einzigen Verdächtigen gerichtet werden, dass ich kurzzeitig gebetet habe, mich zu irren. Leider nicht, und das hat dem Buch für mich dann doch einiges genommen, um es zu einem "seh guten" Buch zu machen, was schade ist.

Da mich aber die geschichte um Kate und der kleine amische Einblick sehr fasziniert haben, liegt der zweite Band schon hier: "Blutige Stille" wird demnächst direkt gelesen.

Sonntag, 21. August 2011

Noch zu Lesendes - mein Lesestapel

Bevor ich mich ans Nähen mache, kommt etwas, worauf ich so oder so mal Lust hatte, es mit euch zu teilen, und was ich im Moment ungeheuer praktisch finde. Ich muss mal einen Überblick über mein Bücherreal kriege und deshalb liste ich hier jetzt alle Bücher auf, die ich bislang noch nicht gelesen habe. Warum? Weil ich diesen Mount Everest allmählich zurück in einen Maulwürfshügel verwandeln möchte ;-)

Los gehts.

Rebecca Gablé - Der König der purpurpnen Stadt
Rebecca Gablé - Das zweite Königreich
John Irving - Bis ich dich finde
T.C.Boyle - America
Richard Ford - Unabhängigkeitstag
E.Annie Proulx - Mitten in Amerika
Donna Tartt - Der kleine Freund
Charles Dickens - Oliver Twist (gekürzte Ausgabe für Kinder)
Gretchen Dutschke - Wir hatten ien barbarisch schönes Leben. Rudi Dutschke
Nicole Schaenzler - Klaus Mann. Die Biographie
Wilhelm Reich - Rede an den kleinen Mann
Alexandre Duma - Die drei Musketiere
Gottfried Keller - Der grüne Heinrich
Charles Dickens - David Copperfield
Jonathan Safran Foer - Alles ist erleuchtet
Stephen Fry - the Hippopotamus
Stephen Fry - The Fry Chronicles
Georges Simenon - Die Witwe Couderc
Ken Follett - Die Leopardin
Ken Follett - Die Kinder von Eden
Martin Cruz Smith - Gorki Park
Robert Harris - Enigma
Maarten t'Haart - In unnütz toller Wut
Philipp Kerr - Der Pakt
Elizabeth Kostova - The Swan Thieves
John Grisham - Der Anwalt
Mary S.Lovell - Amelia Earhart. The sound of Wings
Kathryn Stockett - The Help
Nick Hornby - Juliet, Naked
Erwin Strittmatter - Der Laden 1-3
Nick Hornby - An Education
Zoe Heller - Tagebuch eines Skandals
Mats Wahl - Die Rache

Un das sind nur die, die mir gehören. Dazu kommen jetzt nochmal ungefähr zehn Bücher aus der Bibliothek, die sich neben dem Bett stapeln ;-) Und natürlich ist meine große Hoffnung immer noch, zu jedem dieser Bücher dann auch mal eine Kritik hie rzu veröffentlichen, ihr dürft also gepsnnt sein

Heute startet der Nähmaraton


Die beiden netten Damen von L'inutile colongne haben eine sehr schöne Aktion begonnen, an der ich mich in dieser Woche beteiligen möchte: einen Nähmaraton. Die Stoffberge zu Hasue sollen kleiner werden, schon lange begonnene Nähereien endlich zum Ende geführt werden und viele, viele Dinge entstehen.

Mit einer Freundin hatte ich sowieso die Idee, endlich mal wieder ein bisschen mehr Handarbeit zu machen, auch wenn mein talent wirklich nicht optimal ist. Deshalb hab eich mich dazu entschieden, mich an folgende Projekte zu machen:

- ein Fühlbuch für den Kleinen besagter Freundin
- ein solches wundervolles Apfelbild
- den Beginn einer Patchwork-Decke als Überwurf für unseren Schlafzimmersessel
- eine Greifpuppe besticken und zusammennähen

Na dann schauen wir mal, was ich alles hinkriege ;-)

Montag, 15. August 2011

Thüringen

Hat mir grade ein sehr netter freund per Mail zugeschickt - ich kenn zwar Rainald Grebe, aber das Lied ist irgendwie an mir vorbeigegangen. Für alle Thüringer: nicht so gemeint, wie es klingt :-)

Samstag, 6. August 2011

Ikea at its best

Wir haben heute einen kleinen Familienausflug zu IKEA unternommen, um noch Gläser und restliche Deko für die Hochzeit zu besorgen (ich kann und will es immer noch nicht glauben, dass ich in einer Woche tatsächlich schon mitten in der Feier stecken werde). Natürlich habe ich wieder mal zugeschlagen und diverse andere Kleinigkeiten mitgenommen, die ich ja unbedingt brauche. Zum Beispiel eine blaue Duschmatte, weil ich es vor zwei Wochen geschafft habe, unseren Duschvorhang zu runinieren: Ich bin in der Badewanne ausgerutscht und hab dann verscuht, mich irgendwo festzuhalten. Aber jetzt dürft ihr euch einfhac mal das Foto hier links anschauen und versuchen zu erraten, was dieses gründe Ding ist, auf das ich mich da stütze.

Ich mag Ikea aus verschiedenen Gründen. Einer der Gründe ist echt, dass sie immer mal wieder Einfälle haben, über die ich nur staunen kann. In diesem Fall gibt es in der aktuellen Serie von stofftieren eine Reihe, die Kinder zu einer gesunden Lebensweis einspirieren soll. Grünzeug und Kinder ist jetzt wirklich nicht automatisch eine Liebe fürs Leben, di evon geburt an begründet wird, sondern eher eine Hassliebe, die sich entwickelt und dann wenn es gut läuft zu einer Duldung des meisnte und einer Liebe zu einigen Gemüsesorten führt. Um dem entgegenzuwirken, versucht IKEA, Gemüse maal ein bisschen aufzupolieren. So gibt es bei den Kinderbüchern ein sehr nie3dliches Kinderbuch, dessen Titel ich shcon wieder vergessen habe, so ähnlich wie "Aufruhr im Gemüsebeet" war er. Und die Hauptfiguren sind auch als Stofftiere erhältlich - was bei mir sofortige Quietschgeräusche hervorgerufen hat!! Natürlich musste eines davon mit, ich konnte gar nicht widerstehen, sondern habe mich für die wohl niedlichste und absurdeste Stifffigur aller Zeiten entschieden.


Liebe Leserinen und Leser, ich präsentiere euch: den Kuschelbrokkoli!

Freitag, 5. August 2011

Freitagsfüller

1. Ich fühl mich gut, wenn ich in der Badewanne liege, abtauchen kann aus dem Alltag, versinke in ein gutes Buch, warmes Wasser nachlaufen lassen kann so viel ich will und danach ins Bett schlüpfe.

2. Eigentlich habe ich blaue Augen, aber als Kind habe ich immer gesagt, sie wären grün.

3. Bald gibt es wieder Lebkuchen im Supermarkt und ich werde wieder mal nciht wiederstehen können und sie kaufen.

4. Frisches Wasser, ein bisschen Ingwer reingeschnippelt, das ist mein liebster Durstlöscher bei großer Hitze.

5. Ich kann mich nicht entscheiden, was ich nachher anziehn soll - lieber warm einpacken für den Fall, dass wir doch noch Theaterkarten kriegen und es regnen sollte (Freiluftbühne) oder doch weniger warm und davon ausgehen, dass wir ins Kino gehen? Und einen Schirm mitnehmen?

6. Ja, am Samstag in einer Woche wird die Sonne scheinen, oder etwa nicht?

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Theater oder Kino, Hauptsache Kultur, morgen habe ich einen IKEA-Besuch und viel, viel Grillen geplant und Sonntag möchte ich ein bisschen aufräumen, bügeln und viel lesen!


Ein schönes Wochenede wünsche ich euch ;-)

Neues Layout - alte Themen ;-)

Ich experimentier immer noch herum, ich versuche imm noch, ein Layout zu finden, das u mir passt. Im Moment fühle ich mich von diesem hier würdig vertreten: knallig, klar strukturiert, ein bisschen verspielt. Aber die Themen werden sich nicht ändern, ich schreibe eben über das, was ich mag und schätze: Bücher, Bücher, Bücher. Und ein bisschen was dazwischen ;-)

Heute Abend werd ich mich allerdins kulturell anders betätigen, mein Freund und ich gehen endlich mal wieder ins Theater. Gespielt wird "Thannreuther, Meistersinger", eine Persiflage und noch viel mehr, ein Konglumerat aus gleich zwei Wagner-Opern. Das klingt jetzt etwas irre, ist aber sehr lustig, sehr interessant und ganz und gar Bayreuth in der Festspielsaison. Ich freu mich schon!

Jodi Picoult - Schuldig

Ich bin ja ein kleiner Comic-Fan, tief in meinem herzen. Deshalb hab ich auch gar nicht lange nachgedacht, als ich in der Stadtbibliothek ein Buch von Jodi Picoult gefunden habe, in dem die Hauptfigur ein Comiczeichner ist und das im Laufe der Geschichte immer mal wieder Seiten aus seinem Comic präsentiert.

"Schuldig" ist die Geschichte von Daniel Stone. Er zeichnet Comics, sein neues Werk basiert auf den Uni-Vorlesungen seiner Ehefrau Laura, die als Expertin für Dante gilt. Da Lauras Karriere an der Universität die Familie finanziell versorgt, ist Danel auch Hausmann und zuständig für die vierzehnjährige Trixie, die einzige Tochter der Stones. Daniels heile Welt gerät eines abends aus den Fugen, als er seine Tochter im Badezimmer vorfindet - sie wurde von ihrem Freund vergewaltigt...

Der Plot klingt zunächst mal nach einem typischen Jodi-Picoult-Roman. Eine Familie, deren beschauliches Leben auseinanderbricht und die jetzt sehen muss, wie sie damit zurecht kommt, dass nichts mehr so ist, wie es früher einmal war. Trixies Aussagen erweisen sich hier und da als gelogen oder geschönt, ihr Freund als allseits beliebter Eishockeyspieler wird als das Opfer der Sache betrachtet, und die Ehe von David und Laura steht kurz vor dem Scheitern. Bis hierhier ist die Sache klar, ich habe einen richtig guten Roman gelesen, die Sache war spannend, die Figuren in ihren Handlungen und Aussagen wahnsinnig persönlich gezeichnet und vor allem ungeheuer menschlich gerade in ihrem Versagen, Weitermachen, Lügen und die Wahrheit sagen - und ich hätte diesem Buch bedenklos fünf von fünf Sternen gegeben.

Und dann wird der potentielle Täter auch noch unter mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Von da an nimmt das Buch eine rasante Wendung, die mir persönlich nicht gefallen hat. Trixie haut ab nach Alaska und ohne zu spoilern, ehrlich, alles was danach passiert, ist einfach nicht mehr gut. Es wirkt zusammengeschustert, ein bisschen zu sehr auf "Friede, Freude, Eierkuchen" bemüht, das Ende ist abzusehen und echt nicht sonderlich überzeugend. Ich hatte das Gefühl, Jodi Picoult wollte um jeden Preis etwas anderes schreiben, was schade ist, denn mit "Beim Leben meiner Schwester" hat sie ja bewiesen, dass sie es kann: dichte Familiengeschichten, die an keiner Stelle kitschig wirken und die am Ende eine Wenung nehmen, die man beim Lesen nicht erwartet hat, die aber völlig logisch vom Auotrenstandpunkt her wirkt. Aber das ist bei "Schuldig" einfach nicht gelungen.

Zu den Comics ist zu sagen, dass ich da die Tiefe noch mehr vermisse als im Roman selbst, die sind echt ungeheuer plakativ. Ein nettes Gimmick am Rand, aber ich hab mir ein bisschen mehr versprochen, die reißen die Geschichte auch nicht mehr raus.

Donnerstag, 4. August 2011

Meine Lesebiographie

Gestern beim Ausmisten meiner Uni-Sachen bin ich über die Seminarunterlagen zu einem Kinderbuch-Seminar gestolpert, das mir wahnsinnig Spaß gemacht hat. In der ersten Stunde sollten wir für uns selbst eine Lesebiographie erstellen, also einen text, in dem wir über unsere Leseerfahrungen sprechen. Ich kann ihn natürlich nicht vorenthalten, schließlich passt er ja ideal hierher in meinen Blog.

Wenn man mich vor die Wahl stellen würde, Ohren oder Augen hergeben zu müssen, ich würde mich unweigerlich gegen die Ohren entscheiden. Keine Augen mehr zu besitzen würde bedeuten, das aufzugeben, womit ich einen großen Teil meines Lebens verbringe: das Lesen.

Es fällt mir schwer, mich an die Zeit zu erinnern, in der ich noch nicht lesen konnte. Ich glaube, ich habe mich schon mit meinen Bilderbüchern ins Bett oder auf die Couch verkrochen - bis heute meine liebsten Leseplätze - aber ich weiß definitiv, dass ich in der ersten Klasse ein absolut selbstständiger Leser war. Und ein Horter - ich musste Bücher einfach bsitzen. Und so hatte ich bereits im Alter von zehn Jahren eine erstaunliche Bibliothek, deren Bandbreite von Enid Blyton (allerdings nur der "Dolly"-Reihe und einigen ausgewählten Bänden "Hanni und Nanni"), Astrid Lindgren und Mark Twain ("Tom Sawyer" gleich dreimal, weil ich mich nicht entscheiden konnte, welches Buch am schönsten aussah) bis zu Edgar Allan Poe (so schön gruselig) und J.R.R.Tolien reichte. Dazwischen sprangen die Narnia-Bände herum, verbanden sich mit Cornelia Funkes "Potilla und der Mützendieb" (bis heute eines meiner liebsten Kinderbücher!) und gipfelten in einer bis heute bestehenden Sammlung von Erich Kästner udn Michael Ende. Der damals ungewöhnlichste Teil meines Regals bestand allerdings aus der Abteilung "Probieren geht über Studieren", so habe ich sie tatsächlich genannt. Dort landeten Bücher, die ich meinen Eltern aus dem Regal stibitzte, Bücher, für die ich eigentlich noch viel zu jung war, die aber so verführerisch und interessant wirkten. Dort landeten also "Der Herr der Ringe" (und verbrachte dort fast fünf Jahre aufgeschlagen auf Seite 44, weiter war ich mit elf einfach noch nicht vorgedrungen, obwohl ich den "Hobbit" regelrecht verschlungen hatte)oder "Per Anhalter durch die Galasxis" (auch hier mussten noch drei oder vier Jahre vergehen, bevor ich verstand, warum mein Vater sich beim Lesen dieses Buches regelecht ausschüttelte vor Lachen). Dort lag aber auch eine kleine Kladde mit Gedichten, in die ich bis heute die Gedichte schreibe, die mich beeindrucken - auch diese Liebe, vor allem zu Heinrich Heine, wurde schon in der Grundschule geweckt.

In der Pubertät wurde ich meinen Büchern nicht untreu, aber mein Lesegeschmack veränderte sich deutlich. Sich abzugrenzen gegen die Eltern bedeutete bei mir, eine Bogen zu machen um die Autoren, die die Jugend bis heute prägt, denn mein Vater verehrt Hermann Hesse geradezu abgöttisch. Das ist vermutlich der Grund, warum ich mit Hesse auch heute noch wenig anfangen kann, ich habe die Zeit verpasst, in der man ihn genießt und daraus lernt. Parallel zu meiner Lesewut bediente ich mich mehr und mehr aus dem elterlichen Bücherregal. Sowohl Krimis als auch aktuelle Romane wanderten weiter in mein Zimmer, ich machte die Bekanntschaft mit "Hallo Mister Gott, hier spricht Anna" und "Die drei Musketiere". Ich war immer noch Mitgleid der Leihbücherei, ich lieh mir aus, was Spaß machte. Eine Reihe von Büchern ist mit im Gedächtnis geblieben, die ich gerne für immer behalten hätte wollen, zum Beispiel die Reihe über historische Epochen, oder gesammelten Agatha-Christie- und Arthur- Conan-Doyle-Werke, die mit dem schicken schwarzen Einband. Natürlich habe ich es versucht, mich durch die zig Regalmeter Karl May zu kämpfen - und bin klägtlich gescheitert.

Und heute? Heute lese ich immer noch alles. Ich habe im Laufe meines Lebens gelernt, Augen und Ohren offenzuhalten. Mich bei anderne Lesern umzuschauen und Bücher zu finden, die ich lesen will. Meine eigenen Gedanken zu Büchern zu machen, immer Neues zu sehen, Dinge zu finden, von denen ich nicht gedacht hätte, dass sie existieren. Und trotzdem immer wieder zum Ausgang zurückzukehren und mich darauf zu freuen, die lange Vermissen auch wieder aufzuschlagen.

Nein, wenn ich mich für Ohren oder Augen entscheiden müsste, ich würde die Augen wählen. Und die Nase, denn mehr noch als die Wörter auf einer nicht gelesenen Buchseite ist es der Geruch eines frischen Buches, der mich auf diese Reise mitnimmt, quer durch alle Regalreihen und wieder zurück.

Marietta Slomka - Kanzler lieben Gummistiefel. So funktioniert Politik

Beim Stöbern in der Stadtbibliothek habe ich dieses Buch zufällig entdeckt und eingepackt. Der Klappentext verpricht einen "Blick hinter die Kulissen der großen Politik" für interessierte Kinder und Jugendliche, was interessant klingt. Inzwischen habe ich es durchgearbeitet und kann meinen Senf dazugeben.

In insgesamt vier großen Kapiteln kommt diese Einführung daher: "Was ist Demokratie?" "Deutschland" "Europapolitik" und "Weltpolitik", hält sich also eigenetlich an die traditionelle Politikwissenschaft mit Politischer Theorie, Institutionenkunde und Staatenlehre und Internationaler Politik. In kurzen, knackigen Sätzen werden zunächst grundlagen erklärt und dann auch interexssante Fragen beantwortet wie "Kann ein Staat pleite gehen?" "Wissen Journalisten mehr als sie schreiben?" "Wo ist eigentlich Schengen?". Das ganze in einem mitunter durchaus respektlosen Tonfall, der mti Sicherheit die Lesergruppe der Politikinteressierten Jugendlichen anspricht, es gibt Querverweise auf Internetseiten etc., viele bunte Bilder und eine große Übersichtlichkeit - alles in allem eine gute einfürhung, auch wenn ich mir vielleicht einen Index gewünsch thätte, in dem nochmal bestimmte Grundbegriffe einfach geklärt werden, denn hin und wieder können die Fachbegriffe durchaus überfordern. Eine Erweiterung in dieser Hinsicht könnte dem Buch wirklich guttun, ich fände es auch gut, wenn wichtige Begriffe in den Texten mal fett oder farbig markiert werden würden, einfach um die Orientierung auf den Seiten zu erleichtern.

Was das Buch sehr spannend zum Lesen für Erwachsene macht ist die Tatsache, dass es im Jahr 2009 erschienen ist und die große Wirtschaftskrise kurz vor der Tür stand. Interessanterweise nennt Slomka Beispiele, die inzwischen sehr aktuell wurden oder deutet Probleme an, vor denen wir heute genau stehen. Auch wenn also im Buch noch die große Koalition existiert, ist es brandaktueller Lesestoff. Und wenn die Kinder so langsam in die Pubertät kommen und unbequeme Frgaen stellen, dann tut es vielleicht ganz gut, sich nochmal kurz in einen erklärenden Text vertiefen zu können ;-)

Dienstag, 12. Juli 2011

Jussi Adler Olsen - Erlösung

Ich kann einfach nicht anders. Kaum ist ein dritter Band von Adler Olsen auf Deutsch erschienen, findet er auch schon den Weg in mein Bücherregal ;-)

"Erlösung" beginnt mit einer Flaschenpost, die in England an den Strand gespült und vergessen wird. Bis eine Polizistin sie öffnet und das dänisch Wort "Hilfe" darin findet, der Rest der Botschaft ist kaum noch zu lesen. Analysen ergeben, dass es sich dabei vermutlich nicht um einen Scherz handelt, denn die Botschaft wurde mit menschlichem Blut geschrieben. Ein neuer Fall für Carl Morck, der sich inzwischen mit seiner neuen Aufgabe im Sonderdezernat Q angefreundet hat. Und so begibt er sich auf die Suche nach entführten Kindern, die nie vermisst gemeldet wurden, und kommt einem Mörder in die Quere, der alles unter Kontrolle hat und einen Rachefeldzug gegen Sekten und Religionsgemeinschaften führt...

Wow, diesmal war das Buch heftig und skurril in beiden Maßen. Hefitg, weil Adler Olsen zum ersten Mal immer wieder aus der Sicht des Täters schreibt, der den Leser mitnimmt in seine Gedankenwelt, so lange, bis seine Taten eigentlich als völlig logischer Schritt erscheinen. Und skurril, weil auch das Team rund um Morck mehr und mehr an Fahrwasser gewinnt und um einige interessante und ... sagen wir mal verheißungsvolle Kniffe ergänzt wird. Morcks Privatleben hat es sowieso in sich, und bevor ich zuviel verratesage ich nur: ein mehr als spannender Krimi mit Zitter-Finale und Umblätter-Garantie ;-)

Markus Zusak - Der Joker

Ich muss vorneweg ehrlich sagen: ich bin einer der wenigen Leser, der Markus Zusaks Buch "Die Bücherdiebin" nicht überragend, weltbewegend und erschütternd fand, sondern maximal nett, gegen Ende extrem langweilig und hopplahopp und insgesamt eher durchschnittlich. Deshalb war ich auch nicht gerade hocherfreut, als mir meine Freundin zum Geburtstag letztes Jahr "Der Joker" geschenkt hat, ein weiteres Buch von Zusak - aber zum Glück habe ich es gelesen und eine kleine, aber durchaus nette Perle gefunden ;-)

Ed Kennedy ist einer, dem das Wort Loser in gradezu blinkenden Buchstaben auf die Stirn tätowiert zu sein scheint. Er arbeitet semi-legal als Taxifahrer, ist verknallt in seine Kollegin, die ihn aber nur als Kumpel sieht, und sein Freundeskreis, allen vorn Marvin (der Eds Loser-Status nochmal locker unterbietet) ändert auch nichts an dieser Situation. Nein, Eds Leben klingt wirklich nicht spannend. Das ändert sich aber, asl er eines Tages in seinem Briefkasten eine Spielkarte findet: auf dem Karo-Ass notiert sind drei Adressen und Uhrzeiten - und mit einem Mal ändert sich alles für Ed. Denn ein Unbekannter scheint ihn dadurch aufzufordern, zumindest das Leben anderer Personen zu verändern, wenn er es mit seinem schon nicht tut ...

"Der Joker" ist eindeutig so ein Buch, das man liest und bei dem man am Ende völlig irritiert und verblüfft, aber sicher nicht enttäuscht ist. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass Zusak hier eine Erzählerfigur schafft, die - anders als der Tod in "Die Bücherdiebin - nie langweilig wird. Eds Betrachtungen über sein Leben, seine Freunde und den ganzen Rest sind immer geprägt von einem Hang zur Selbstoironie. Temporeich führt Zusak seine Figuren von einer absurden Situation in die nächste: das Buch beginnt mitten in einem Banküberfall, den Ed und Marvin auf ganz eigene Art durchleben. Und am Ende fragt man sich, warum es manchmal so schwer ist, weiterzuleben und man es trotzdem tut. Und was ein Auslöser für den Sprung über den schatten sein könnte, wie ihn Ed bekommt ...

Doch, ich mag das Buch, vor allem die letzten beiden Sätze. Und ich bin froh, dass ich manchmal als Leser zumindest über meinen Schatten springe und doch noch zu einem anderen vom selben Autor greife, auch wenn er mir nicht zugesagt hat ;-)

Sonntag, 10. Juli 2011

Sommer, Sonne, Glücksgefühle


Heute ist ein wunderschöner Tag, allerdings furchtbar heiß. Da wir gestern schwer geschuftet haben - wir haben die Holzlege bei meinen Eltern komplett gestrichen, soll ja schön aussehen im August - bin ich heute einigermaßen platt, wollte aber das schöne Wetter genießen. Und da mein Fahrrad überraschenderweise wieder aufgetaucht ist, habe ich mich in den Sattel geschwungen und bin hoch zum Festspielpark gefahren. Ich hab mir eine stille Bank gesucht, ein bisschen gelesen und das war mein Tag auch schon - wundervoll, ganz ruhig und erholsam. Heute Abend dann geht es weiter mit unserem Tanzkurs, ein letztes Mal die Füße ruinieren und dann müssen wir uns Gedanken machen, welches Lied wir nehmen ;-)

Apropos Lied, ich habe heute dieses wunderschöne sommer-leichte Lied auf youtube gefunden - weiß irgendjemand, von wem das ist und wie es genau heißt?

Dienstag, 28. Juni 2011

Sie sind da!!!

Ich hatte die Hoffnung ja schon aufgegeben, weil unser Juwelier ausgerechnet dann, wenn wir die Ringe abholen können, in Urlaub fährt, aber heute hat es endlich geklappt und mein Freund hat sie in der Mittagspause abgeholt. Ich muss gestehen, ich hab meinen schonmal Probe getragen, ich find ihn einfach schön und muss wissen, ob ich damit gut schreiben etc. kann ;-) Aber natürlich nur fünf Minuten und nicht außerhalb der Wohnung, nur zum Anschauen

Montag, 27. Juni 2011

Rebecca Gablé - Von Ratlosen und Löwenherzen

Ich hatte ja heute morgen schon davon geschwärmt und jetzt dachte ich, ich schreib auch gleich mal davon. Rebecca Gablé ist nicht nur eine hervorragende Romanautorin, sondern sie hat auch ein Sachbuch geschrieben. Das Thema ist klar, wie der Untertitel verspricht, erwartet den Leser "eine vergnügliche und lehrreiche Geschichte des englischen Mttelalters". Das macht es dem Historiker übrigens leichter als auf dem europäischen Kontinent - denn in England dauert das Mittelalter knallhart von 450 bis 1450. Warum weiß keiner, die Engländer am wenigsten, aber das macht ja nichts.

Das Buch ist wirklich, was es verspricht: vergnüglich und spannend. Und sehr, sehr lehrreich. es ist faszinierend, wie Rebecca Gablé es schafft, die Vielzahl englischer Könige, die alle auch noch gleich heißen, so darzustellen, dass man sie danach nicht mehr verwechselt. Sei es, weil man sie fortan mit diversen Anekdoten assoziieren wird oder weil man sie zum ersten Mal tatsächlich historisch einzuordnen weiß.

Das Buch präsentiert sich in einem leserfreundlichen Ton, der zum Teil respektvoll, zum Teil sarkastisch und immer unglaublich augenzwinkernd daherkommt. Rebecca Gablé, die selbst lange als Universitäts-Dozentin tätig war, möchte hier kein tockenes, zitierfähiges Buch schaffen, sondern viel eher zeigen, warum sie diesen Teil der englischen Geschichte so liebt: weil er so irritierend witzig und absurd tragisch zugleich ist. Weil wir hier von einer Zeit sprechen, als sich Engländer und Normannen die Köpfe einschlugen und dazwischen plötzlich die Dänen auftauchten und anspruch auf den Thron geltend machen. Und später dann von einer Zeit, in der Damiliensinn über alles geht, selbst dann, wenn der eigene Neffe in einem Bürgerkrieg auf der gegnerischen Seite steht. Oder von der Zeit, als lancaster gegen York kämpft und irgendwann die Engländer selbst den Überblick verloren zu haben scheinen.

Rebecca Gablé - Hiobs Brüder

Ich konnte einfach nicht wiederstehen - obwohl ich mich offiziell mit den Kreuzzügen und Karl dem Großen beschäftigen müsste, damit die Prüfung am Mittwoch was wird, ging es einfach nicht. Ich brauchte was anderes und die Auswahl in meinem Bücherregal hat mir zumindest das Alibi gegeben, mich geschichtlich weiterzubilden, indem ich zu einem historischen Roman greife (das wenn der Professor wüsste ... ).

Ich glaube, jeder Historiker hat so sein Steckenpferd. Meines ist eigentlich vor allem die Weimarer Republik und der Nationalsozialismus, aber wenn ich außerdhalb Deutschlands suche, dann lande ich unmittelbar im englischen Mittelalter, genauer gesagt in der Zeit zwischen Wilhelm, dem Eroberer und dem Rosenkireg der Häuser Lancaster und York. Das ist zunächstmal einer Kurzfassung von "Ivanhoe" zu verdanken, die ich mit 10 gelesen habe, in einem Buch, das schon mein Vater besessen hat - Gott, was hab ich mitgefiebert und mitgelitten, was wurde mein Wortschatz bereichert mit Worten wie "Mündel" :-D Über einen kleinen Umweg landete ich vor drei oder vier Jahren dann bei Rebecca Gablé, einer Autorin, um die ich allein schon wegen des Namens (der immer so ein bisschen nach "Liebesschmonzette in der Ritterrüstung" klang) immer einen Bogen gemacht hatte. Ich musste mein urteil schon lange revidieren, ich finde, dass Gablé die wohl besten historischen Romane über das englische Mittelalter schreibt, die es gibt. Das liegt vor allem daran, dass sie es schafft, eine irrsinnige Anzahl an realen Personen in die Romane einzubinden (was bei anderen Autoren schnell zu einem Name-Dropping gerät, das irgendwann ein wenig langeilt), die aber so mit Leben anzureichern, dass sie völlig realistisch, normal und am Platz wirken. Vor allem aber ist das alles historisch so fundiert recherchiert, dass man einen wunderbaren Eindruck in die Geschichte Englands erhält - deshalb empfehle ich hier an dieser Stelle auch ein anderes Buch, "Von Ratlosen und Löwenherzen", ihr Sachbuch über das englsiche Mittelalter, das einfach nur wundervoll ist!!!

Zurück zum Roman, um den es hier gehen soll. "Hiobs Brüder" spielt am Ende der Anarchy, jenes düsteren Zeitabschnitts, als Kaiserin Maud und ihr Cousin König Stephen das Land mit ienem Bürgerkrieg überzogen, weil sie sich um die englsiche Krone stritten - und ich hab ehrlich immer mehr das Gefühl, beide wollten sie eigentlich gar nicht, kamen aber einfach nicht mehr aus der Sache raus. Zu Beginn des Romans wird der 15jährige Simon de Clare von eingigen Mönchen dorthin gebracht, wohin er ihrer Meinung nach gehört: in eine stillgelegte Lepra-Anstalt vor der Küste, wo der Epileptiker sich mit einer Horde Irrer vergnügen darf und gute Christen nicht mit seinem Anblick belästigt. Simon trifft auf eine Gruppe unterschiedlicher Menschen, geistig Behinderte werden dort ebenso wie von Geburt an körperlich Behinderte gehalten, ein dezent psychopatischer Mörder lebt mitten drin, und zusammengehalten wird diese bunte Truppe von zwei Männern, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Edmund, vermutlich ein ehemaliger Priester, der sich für den heiligen König Edmund hält, und Losian, ein Kreuzfahrer, der sein Gedächtnis verloren hat und dessen Erfahrungen als Heerführer eine gewisse Disziplin einhalten lassen. Bei einem Sturm auf der Insel gelingt ihnen die Flucht und eine Truppe von zehn Männern bricht auf in eine Welt, die sie eignetlich gar nicht haben will. Dass sie dabei auf einen Vierzehnjährigen treffen, der auf den Namen Henry Plantagenet hört und sich in den Kopf gesetzt hat, englischer König zu werden und seine Mutter Maud zu rächen, sich dabei aber im Wald verlaufen und seine Ritter verloren hat (und absurderweise ist diese Episode tatsächlich wahr!) erweitert ihr Abenteuer um einige politische Intrigen, Ränke und Fallstricke ...

Ich werd nicht mehr verraten, keine Sorge. Ich habe das Buch verschlungen und werde wieder mal bestätigt: das ist großes Kino im Buchformat. Ich hasse die Bezeichnung "prall", aber das ist das Buch nunmal: angefüllt mit so vielen Ideen, so vielen Körnchen, so vielen schönen Szenen und so vielen Persönlichkeiten, dass es einfach nur Spaß macht, es zu lesen ;-)

Freitag, 24. Juni 2011

Freitagsfüller



1. Mir schmeckt im Moment leider viel zu viel, ich bin permanent hungrig und will eigentlich abnehmen.

2. Ich kaufe sehr oft Bücher ohne groß zu überlegen.

3. Regen ist ja ganz schön, aber jetzt ist auch mal wieder gut damit.

4. Im Bett liegen, mich an meinen Freund ankuscheln und dabei zusehen, wie er aufsteht, ist die beste Art den Tag zu beginnen.

5. Fast hätte ich den Bus erwischt - wenn er nicht nicht mehr fahren würde, weil ja jetzt angeblich eine Bhnverbindung besteht.

6. In einer besseren Welt wäre vermutlich immer noch genau dasselbe an Problemen vorhanden - woher sollte man sonst überhauot erkennen können, was "besser" ist.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen netten Ausflug ins Lokal, morgen habe ich Sport, Lernen und ein bisschen Aufräumen geplant und Sonntag möchte ich wieder zum Tanzkurs gehen!

Donnerstag, 23. Juni 2011

Neues von der Hochzeit - unser Vormittagsprogramm steht ;-)

Ich habe soeben eine nette E-Mail von unserem Caterer bekommen inklusive einem kompletten Vorschlag für Häppchen, Getränke und Co. Und wenn ich und mein Freund es am Sonntag dann auch geschafft haben, alles durchzulesen, werden wir auch den ersten wesentlichen Teil unserer Hochzeit geplant haben ;-)

Unsere Trauung beginnt um 11:30, dauert etwa eine halbe Stunde. Mit der Standesbeamtin können wir ungefähr zwei Wochen vorher noch ein bisschen absprechen, wie sie die Rede gestaltet, außerdem haben wir uns jetzt zumindest bei der Musik dahingehend geeinigt, dass wir zwei Lieder nehmen, von denen eines er und eines ich aussucht. Welches genau - das werden wir vermutlich noch am Abend vorher nicht wissen, wenn es so weiter geht ;-)

Nach der Trauung können unsere Gäste dann ersmtal bei einem Sektempfang im Park lustwandeln, wobei wir den perfekten Trauzeitpunkt erwischt haben: unmittelbar nach unserer Trauung werden nämlich die Wasserspiele starten, eine halbstündige Vorführung von Wasserfontänen - ideal gelegt, unsere Gäste sind beschäftigt und wir können uns in der Zeit zurückziehen und Fotos machen. Die macht ein Freund von mir, der aus einer Kompaktamera schon mehr rausholt als ich aus einer Spiegelreflex - ich freu mich schon. Wir werden ungefähr zwei Wochen vorher schonmal hingehen und uns umschauen und Ideen sammeln ;-)

Nach dem Stehempfang und Co. können wir eigentlich schon fahren - das Gute ist echt, dass wir eine halbe Stunde Fahrzeit bis zu unserem Feierort haben und dass unsere Gäste direkt daneben untergebracht sind, sie können also einfach nochmal schnell ins Hotel, sich frisch machen und alles, und dann geht es um halb drei endgültig los. Ich bine cht aufgeregt!

Mittwoch, 22. Juni 2011

Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch

Oh verdammter Mist, was mach ich nur? Wie sage ich es nur, dass ich von Cornelia Funke, einer meiner liebsten Kinderbuchautorinnen, so fürchterlich enttäuscht bin? Es ist ja nichtmal so, dass das Buch schlecht ist, nein, viel schlimmer, es ist durchschnittlich und belanglos. Verdammt, Frau Funke, was haben Sie nur gemacht?

"Reckless" sollte die fulminante Rückmeldung nach der Tinten-Trilogie werden, in die ich mich von der ersten Seite verliebt hatte. Ich hatte noch nie zuvor ein Buch gelesen, in dem die Lust am Lesen, am Schmökern und Sich-Verzaubern-Lassen so sehr gefeiert und so liebevoll dargeboten wurde. Und genau deshalb klang "Reckless" einfach nur wundervoll: es ist die Geschichte von Jacob Reckless, der durch einen Spiegel in eine Welt eintaucht, in der Märchen wahr sind. Die Welt der Märchenfiguren und der Abenteuer hat seinen Vater schon vor Jahren weggelockt und auch Jacob gerät immer mehr in ihren Bann. Doch dann folgt ihm sein jüngerer Bruder Will in diese Welt und wird mit einem Fluch beladen. Seine Haut verwandelt sich in Stein, und Jacobs einzige Aufgabe besteht darin, ein Gegenmkittel zu finden ...

Ach, Frau Funke. Es hätte so schön werden können, dieses Buch. Und an einigen Stellen, da bemerkt man sie auch, diese Lust am Fabulieren und an den verrückten Ideen. Diese Märchenwelt gerät allmählich aus den Fugen, ähnlich wie am Ende der Romantik die Industrielle Revolution steht, dringt auch hier die Technik langsam aber sicher in die beschauliche Welt dere Feen und Zwerge ein. Und der Schneider ist eine so wundervolle gruselige Figur direkt aus dem Schauerroman, man hört es klippen und klappen und gruselt sich so wie damals, als der Wolf vor dem Haus der sieben Geißlein stand ... Und dann? Dann machen Sie einfach nichts draus. Dann wird das alles so runtergeschrieben, einfach nur abgehandelt. Und ja, man merkt dem Buch an, dass da ein Co-Autor beteiligt war, der als Drehbuchautor arbeitet. Denn nichts andere ist das Buch, das Drehbuch für einen Film, das mit ein paar erklärenden Sätzen angereichert wurde. Und die Geschichte folgt dem Schema F, so stur, dass man als Leser immer wieder hofft, dass es nicht so ist, nur um wieder enttäuscht zu werden. Es sit nichts Neues, nichts Originelles in diesem Buch, und das soll noch mindestens zwei Bände so weitergehen? Vielleicht wäre es besser, das noch einmal zu überdenken, zur Ruhe zu kommen udn etwas ganz anderes zu schreiben ...

Müde, müde, müde, mü ...

Ich war gestern feiern. Verdammt, ich werd zu alt für den Scheiß. Ich werd zu alt für enge Tanzflächen, auf denen man den Schweiß von langhaarigen Tussis ins Gesicht gespritzt bekommt, wenn die ihre Haare zurückwerfen. Und ich werd zu alt, um Geschmack an Billig-Vodka mit Ahoi-Brausepulver zu finden. Und ich werd zu alt für Elektro-Musik. Und ich werd zu alt für morgens um vier sich abschminken müssen, wenn man gerne ins Bett fallen würde.

Nein, ab sofort mach ich gepflegte Weinabende und im Hintergrund spielt ein Streichorchester! Oder so ähnlich.

Und ich trink nie wieder Alkohol!

*gähn* Und dann ist noch nichtmal Kaffee im Haus ...

Dienstag, 21. Juni 2011

Stephen King - Zwischen Nacht und Dunkel

Stephen King ist ein Autor, den ich erst relativ spät tatsächlich für mich gewonnen habe. Ich hab zwar schon relativ früh Bücher von ihm gelesen - wenn ich mich richtig erinnere, dann habe ich mit ungefähr 13 "Shining" und "Friedhof der Kuscheltiere" gelesen, unmittelbar danach kam "Es". Ich fand die Bücher immer gut und gruselig, aber es war nie so, dass ich der Meinugn war, in ihm einen herausragenden Autor gefunden zu haben. Das hat sich erst geändert, als ich - neben "Sie", das für mich der wohl grausamste, brutalste und fürchterlichste Thriller überhaupt ist, obwohl eigentlich kaum Blut fließt! - auf seine Novellen gestoßen bin. "Frühling, Sommer, Herbst und Tod" ist ein ziemlich bescheidener Titel, aber dafür sind die vier Geschichten in diesem Band einfach unglaublich (und drei davon inzwischen hervorragend verfilmt ;-) ), so etwas dichtes, bewegendes und vor allem un-king-iges hatte ich noch nie zuvor gelsen. Und seitdem glaube ich, dass Stephen King zwar gute Kurzgeschichten schreibt und, von eingien Ausnahmen abgesehen, sehr gute Romane, aber dass seine wahre Meisterschaft im Kurzroman und in der Novelle liegt. "Zwischen Nacht und Dunkel" bestätigt mich erneut in dieser Ansicht.

Das Buch beinhaltet vier mehr oder weniger kurze Geschichten, die kürzeste umfasst 50, die längste 150 Seiten, die alle ein Thema variieren, dass man bei Stephen King immer wieder findet: der gewöhnliche Mensch in einer außergewöhnlichen Situation. In "1922" ermordet ein Farmer mit der Hilfe seines vierzehnjährigen Sohnes seine Ehefrau, ohne zu ahnen, welche Kette an Ereignissen er damit anstößt. In "Big Driver" gerät die Autorin Tessa nach einer Lesung auf eine Abkürzung und in die Hände ihres Vergewaltigers. In "Faire Verlängerung" erhält der krebskranke Streeter eine sehr fair scheinendes Angebot, sein Leben zu verlängern. Und in "Eine gute Ehe" muss Darcy Anderson nach 27 Jahren Ehe erkennen, dass ihr Mann ein Doppelleben der blutigen Art führt. Mehr kann man von den Geschichten gar nicht verraten, aber man kann viel zu ihnen sagen.

Im Nachwort erklärt King, dass Horrorromane einen besonderen Zweck erfüllen: sie leuchen dunkle Orte aus. Denn warum sollte man sich überhaupt in das Dunkel wagen, wenn man nicht die Lampe hineinrichten möchte? Und genau das tut er in den Geschichten, er nimmt den Leser mit in dunkle Abgründe von Rache, Vergeltung und Hass, von Nicht-Wissen-Können und Nicht-Wissen-Wollen. Und das ganze wird so fulminant erzählt, immer im genau richtigen Tempo, in der genau der richtigen Sprache, dass ich zum ersten Mal verstehe, was einen Autor wie Stewart O'Nan an King fasziniert ;-) Das Buch ist perfekt, leise, laut, seltsam, bizarr, und immer King. Mehr will man von einem hervorragenden autor doch gar nicht, oder?


Lustigerweise habe ich grade folgends beim googlen entdeckt: als Werbung für die Veröffentlichung des englischen Originals wurden auf youtube vier Filme gepostet, die den Geschmack auf die Geschichten machen sollen. Und ich dachte noch beim lesen von "1922", dass ich das verdammt gerne verfilmt sehen würde. Voila ;-)

Montag, 13. Juni 2011

Gewinne, Gewinne, Gewinne!!! Oder: 3 Jahre ahora-mismo

Divina von ahora-mismo wird von mir nicht nur deshalb verfolgt, weil sie eine bequeme Couch, ein niedliches Goldkind und eine dreckige Lache hat, sondern auch dehsalb, weil ich die Mischung ihres Blogs unglaublich gelungen finde. Deshalb habe ich inzwischen auch diverse Layout-Änderungen, Neu-Ausrichtungen im Inhalt und Fots miterlebt und nutze die Gelegenheit, ihr herzlichst zu gratulieren. Denn sie feiert grade 3.Geburtstag - Kompliment übrigens, dass du in diesem Alter doch schon Alkohol trinken darfst :-D

Aber natürlich nutze ich diese Glückwünsche auch dazu, mich an ihrem Gewinnspiel zu beteiligen. VErdammt, ich wusste, dass ich mitmachen wollte, als ich diese Preise gesehen habe. Denn ich wollte schon immer einen Hello-Kitty-PEZ-Spender besitzen!!!!!



Also nocheinmal: Liebe Divina, ich wünsche dir alles Gute zum Blog-Geburtstag und viel, viel, viel Spaß beim Ausprobieren, viele neue Ideen und ganz viel Erdbeeren mti Sahne ;-)

Heute spüre ich das Leben in mir ...

Irgendwie wollte ich den Satz ja schon immer mal bringen und heute hab ich Gelegenheit dazu ;-)
Die Sonne scheint - obwohl für nachher Regen angekündigt ist - im CD-Player läuft das Lohengrin-Vorspiel, der Freund liegt auf der Couch und wir gleich anfangen Mttagessen zu kochen, vor mir liegt eine tolle Woche mit Lernen, Sport, Shoppen und viel, viel lustigen Ideen, und ich hab drei neue Leser gewonnen (aber das nur am Rande). Ja, heute ist ein schöner Tag ;-)

Sonntag, 12. Juni 2011

Ich würd so gerne kommentieren ...

Kann mir jemand sagen, was los ist? Im Moment schein blogger zumindest bei mir zu spinnen. Ich bin hier ja normal eingeloggt, surfe von Blog zu Blog und bei einigen Blogs (inklusive diesem hier, meinem eigenen) passiert immer und immer wieder folgendes:

Ich klicke auf "Kommentieren".
Ein schickes Kommentarfeld öffnet sich, ich tippe ein.
Ich muss Auswählen, mit welchem Konto ich den Kommentar abgeben will.
Ich klicke auf "Google-Konto".
Ich drücke auf Absenden.
Ein neues Fenster öffnet sich, ich werde gebeten, meine E-Mail_Adresse und mein Passwort einzugeben und tue das.
Die alte Seite öffnet sich. Mein Kommentar steht noch im Kommentarfeld, daneben aber "Anonym hat gesagt", ich werde gebeten, dieses Bestätigungs-Wort einzugeben, um Spam zu vermeiden.
Ich tue es und klicke auf "posten".
Ich werde erneut auf die alte Seite geladen und das Spiel beginnt von vorn.

Im Klartext: Ich kann nicht mehr kommentieren, aber nicht bei allen Blogs, sondern nur bei einigen. Und verdammt, ich mag das nicht. Kann mir irgendjemand sagen, woran es leigen könnte?

30 Tage, 30 Bücher - Ein Buch, das dich traurig macht


Ich bin eine Heulsuse, ehrlich. Ich kann sehr schnell losweinen, sehr viel losweinen und aus den unmöglichsten Gründen. Aber, und das ist das Erstaunlich, ich muss nie bei Büchern weinen (Filme sind was anderes, denn eine gut eingesetzte Filmmusik garantiert bei mir Tränen!), egal, wie traurig sie sind. Die einzige Ausnahme seht ihr hier.
"Hallo Mister Gott, hier spricht Anna" ist ein Buch, das ich mit ungefähr zehn zum ersten Mal gelesen habe. Ich habe es meinen Eltern aus dem Schrank heraus geklaut und seitdem steht es in meinem Regal, begleitet mich von Umzug zu Umzug und wird auch nie wieder aus meinem Leben treten.

Das Buch handelt von Anna. Sie ist fünf Jahre alt, als der Siebzehnjährige Fynn sie in den Docks von London aufgabelt - Anna weigerst sich standhaft, den Namen ihrer Eltern zu nennen. Und so bleibt sie bei Fynn und seiner Mutter, die sich ihr annehmen und schon bald verblüfft sind. Denn Anna hat ein Talent dafür, sich ihre eigenen Gedanken zu machen und sich die Welt selbst zu erklären. Zwei Jahre später stirbt sie bei einem tragischen* Unfall und hat zumindest für kurze Zeit das leben der Menschen um sie herum deutlich verändert.

Bei amazon wird in den Kritiken eine wahnsinnige Diskussion darüber geführt, ob Anna unverschämt gegenüber Erwachsenen ist oder ein echt, vielleicht der einzig wahre, Freigeist. Der Wahrheitsgehalt des Buches - es behauptet, eine echte Geschichte zu sein, wobei das nicht unbedingt zutreffen kann ;-) - und ich sage einfach mal: ist das nicht ziemlich egal? Anna schafft es, in ihrem Zwiegesprächen mit Gott die Welt zu verstehen, so, wie es für eine Fünfjährige vielleicht logisch ist. Das muss sie nicht für mit sein, die ich ein Vierteljahrhundert älter bin - aber es ist schön, dort einzutauchen ;-)

* und das ist die Stelle, an der ich losheulen muss. Sobald ich das letzte Kapitel errreicht habe, laufen bei mir die Tränen. Egal, wie oft ich das Buch lese, egal, wie gut ich mich zuvor darauf vorbereite.