Sonntag, 30. April 2017

[Rezensionsexemplar] Elisabeth Herrmann - Die Mühle

The Court – das waren die Coolen. Die Unerreichbaren. Die Helden von Lanas Schulzeit. Wie kann es sein, dass ausgerechnet Lana an eine Einladung zu einem Kurztrip mit der Überflieger-Clique kommt? Jahre, nachdem sie alle ihre alte Schule verlassen haben?

Die Kings und Queens der coolen Clique sind zwar wenig begeistert, als Lana statt ihres siebten Mitglieds bei ihrem Treffen auftaucht. Aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Trip führt die Clique in eine alte abgelegene Mühle, umgeben von Wildnis. Alles hier scheint für sie vorbereitet zu sein. Nur wer hat eigentlich die Einladungen verschickt? Wer begrüßt sie mit schriftlichen Botschaften, hat seltsame Spiele für sie organisiert? Als der erste der Freunde verschwindet, bricht Panik in der Gruppe aus …

Dass Elisabeth Hermann neben Krimis, in denen sie die DDR-Geschichte mit aufarbeitet, auch Thriller für Jugendliche schreibt, ist bislang ein wenig an mir vorbeigegangen. Umso froher war ich, als dieses Buch als Rezensionsexemplar bei mir landete, denn im Moment steht mir der Sinn nach eher ein wenig leichter Lesekost. Beim Lesen habe ich mich sehr zurückversetzt gefühlt in meine Jugend, Ende der Neunziger, als die Kinos in der Folge von "Scream" überflutet wurden von Thrillern, in denen undurchsichtige Serienkiller junge Menschen aufgrund mehr oder weniger weit hergeholter Motive umbrachten. Genau diesem Prinzip folgt Herrmann in ihrem Roman und bietet dabei nicht gerade sehr viel Überraschendes.

Die Figuren wirken schon sehr klischeehaft. Sowohl Lana, der die Rolle der überraschten Außenseiterin, als auch die Mitglieder des Court, die natürlich alle schön, reich, mächtig und geheimnisvoll sind. Gut, ich bin ungerecht, als Teenager hätte ich diese Figuren alle total logisch gefunden und mich mit Lana identifiziert, aber jetzt, mit einer Generation Abstand ist das alles so unglaubwürdig und klischeehaft. Auch die Dialoge sind für meinen Geschmack sehr von der Stange, so wie ma sich halt vorstellt, dass diese Figuren sprechen würden. Ja, ich glaube, das ist das, was mir am meisten aufgefallen ist, dass es hier Figuren sind, die nicht wirklich lebendig werden, sondern alle schön an der Oberfläche der Lektüre bleiben und ihren Zweck erfüllen. Wirksam erfüllen, aber eben nicht großartig darüber hinaus Wirkung entfalten. Insgesamt gibt es nicht viel überraschendes, sondern man merkt dem Buch an, dass hier alles auf eine jüngere Zielgruppe gerichtet wurde, die unterhalten werden soll. Besonders am Ende wurde das für mich deutlich, da wird gewaltsam ein Happy End rangeklatscht, ganz so, wie es das Publikum mag. Wenn man aber Lust hat, auf ei simples Buch, mit dem man sich das Hirn freiblasen kann und sich zurückversetzen lassen will in seine Jugend damals beim Schauen von "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", dann ist das ein durchaus gelungenes Buch. Es tut nicht weh, es ist durchaus spannend, und man klappt es am Ende zu, ohne sich davor zu fürchten, dass der nächste Mörder unterm eigenen Bett lauert ;-)

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